Was ist Wechsel, Revision oder Entfernung eines Schrittmacher- oder ICD-Systems?
Schrittmacher und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) gehören zu den kardialen elektronischen Implantaten. Sie überwachen den Herzrhythmus und können je nach Gerät elektrische Impulse zur Unterstützung der Herzfunktion oder zur Behandlung bestimmter Rhythmusstörungen abgeben. Das System besteht typischerweise aus einem Aggregat und einer oder mehreren Sonden, die mit dem Herzen verbunden sind.
Ein Eingriff kommt beispielsweise infrage, wenn die Energieversorgung des Aggregats erschöpft ist, ein Systembestandteil nicht mehr zuverlässig arbeitet, eine Infektion vorliegt oder eine Anpassung der Versorgung erforderlich wird. Je nach Befund kann das Aggregat allein ersetzt, das bestehende System überarbeitet oder um weitere Komponenten ergänzt werden. Bei einer Entfernung werden einzelne Bestandteile oder das gesamte System entnommen.
Ob Sonden verbleiben, gewechselt oder entfernt werden, richtet sich nach dem Behandlungsziel und der individuellen Situation. Müssen ältere Sonden entfernt werden, kann dies technisch anspruchsvoller sein als ein alleiniger Aggregatwechsel. Die Wahl des Vorgehens erfolgt durch das Behandlungsteam im Rahmen der individuellen Behandlungsplanung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Funktion von Herzschrittmachern und implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren sowie mögliche Störungen des Systems ein. Er behandelt dringliche und planbare Gründe für Wechsel, Revision oder Entfernung und stellt mögliche Alternativen sowie Folgen eines Verzichts auf den Eingriff dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Voruntersuchungen und die Erhebung relevanter Befunde zur individuellen Planung. Thematisiert werden außerdem die Infektionsdiagnostik, die medikamentöse Begleitung, gegebenenfalls eine vorübergehende Herzunterstützung sowie Behandlungssetting und Anästhesie.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem Zugang zur Aggregattasche sowie dem Entfernen oder Austauschen von Aggregat und Sonden. Er beschreibt die Sondenextraktion mithilfe eines Stabilisierungsdrahts und einer Extraktionshülse sowie mögliche Zugangswege für ein neues System und dessen Funktionskontrolle. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Anästhesiebedingte Beschwerden, Kreislaufreaktionen, Hämatome, Nachblutungen, Wundschmerzen, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Gefäßverletzungen, Blutungen in den Brustraum, Herzmuskelverletzungen, Herzklappenverletzungen, Herzbeuteltamponade, Blutverlust, Transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Nierenfunktionsverschlechterung, Immunreaktionen, Lungenverletzung, Pneumothorax, Thrombose, Lungenembolie, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbelastung, Unvollständige Sondenentfernung, Technisch erschwerter Eingriff und verlängerte Eingriffsdauer, Dauerhafte Schäden, Lebensbedrohlicher Verlauf, Gefäßverengung oder -verschluss beim Systemwechsel, Abbruch des Eingriffs.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die medizinische Überwachung nach dem Eingriff und die vorgesehenen Nachuntersuchungen. Dazu zählen die Kontrolle von Wunde, Kreislauf und gegebenenfalls Systemfunktion sowie bildgebende Untersuchungen. Auch Entlassung, ambulante Kontrollen und die Planung einer Neuimplantation nach einer Infektion werden angesprochen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Betreuung nach der Entlassung, darunter Medikamenteneinnahme, Warnzeichen, körperliche Schonung und Wundpflege. Weitere Inhalte sind Nachsorgetermine, technische Kontrollen eines neu eingesetzten Systems und der Geräteausweis.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.