Was ist Adenotomie-Tonsillotomie-Tonsillektomie?
Bei einer Adenotomie wird vergrößertes lymphatisches Gewebe im Nasenrachenraum operativ abgetragen. Die Tonsillotomie bezeichnet die teilweise Verkleinerung der Gaumenmandeln; bei einer Tonsillektomie werden sie vollständig entfernt. Je nach Befund können einzelne Verfahren kombiniert werden. Der Sammelbegriff Adenotonsillektomie wird für die operative Behandlung von Rachen- und Gaumenmandeln verwendet.
Der Eingriff kommt insbesondere bei vergrößerten Mandeln infrage, wenn diese die Atmung oder das Schlucken beeinträchtigen. Auch wiederkehrende oder anhaltende Entzündungen der Gaumenmandeln können Anlass für eine operative Behandlung sein. Welche Gewebeanteile behandelt und ob sie teilweise oder vollständig entfernt werden, richtet sich nach der medizinischen Fragestellung und dem individuellen Befund. Die Eingriffsplanung erfolgt durch die behandelnde HNO-Ärztin oder den behandelnden HNO-Arzt und wird im ärztlichen Aufklärungsgespräch erläutert.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsoptionen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion der Gaumen- und Rachenmandeln sowie Beschwerden und Erkrankungen, die eine Behandlung begründen können. Er beschreibt die Behandlungsziele und gibt einen Überblick über konservative Optionen und alternative operative Verfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Aufklärung und Einwilligung, die Narkose, die ambulante oder stationäre Versorgung sowie die Erhebung der Medikation und des Gesundheitszustands. Weitere Themen sind präoperative Untersuchungen, Nüchternheit, die Berücksichtigung implantierter Herzgeräte und die Kostenübernahme bei laserassistierten Verfahren.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Entfernung von Gaumen- und Rachenmandelgewebe sowie den möglichen Anästhesieverfahren. Er beschreibt den Einsatz chirurgischer Instrumente, von Laser-, Argon-Plasma-, Radiofrequenz- und Ultraschallverfahren sowie Maßnahmen zur Blutstillung. Auch die mögliche Laboruntersuchung des entnommenen Gewebes wird behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Intraoperative Blutung, Aspiration von Blut, Lebensbedrohlicher Blutverlust oder Sauerstoffmangel, Hypoxischer Hirnschaden, Infektionsübertragung durch Bluttransfusion, Verletzung des Nervus lingualis mit Geschmacks- oder Sensibilitätsstörungen, Verletzung des Nervus hypoglossus mit Einschränkung der Zungenbeweglichkeit und Sprechstörung, Druck- und Hautschäden mit Sensibilitätsstörungen, Taubheit, Lähmung oder Schmerzen, Allergische und Unverträglichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, Sehverlust durch Gefäßverschluss, Verletzungen an Lippen, Zunge, Gaumen, Zähnen oder Zahnersatz, Verletzung von Kehlkopf oder Stimmbändern, Verbrennungen, Entzündung des Beatmungsschlauchs mit Brand- und Rauchverletzungen, Lagerungsbedingte Beschwerden und Verletzungen einschließlich Halswirbelsäulenverschiebung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten, Atemprobleme durch Schwellung, Blut oder Sekret, Verlängerte Beatmung oder intensivmedizinische Überwachung, Lungenentzündung, Postoperative Schmerzen, Laserbedingte Schleimhautschwellung, Nachblutung, Schwellung im Gaumen- und Rachenbereich mit Schluckbeschwerden oder Würgereiz, Schleimhauttrockenheit, Thrombose und Embolie, Gaumensegelinsuffizienz mit nasaler Regurgitation, Mundgeruch, Entzündung der Rachenschleimhaut oder des Gaumenbogens, Sepsis, Veränderungen der Stimmresonanz und des Stimmklangs, Narbenbildung mit Beeinträchtigung der Mittelohrbelüftung, Mittelohrschwerhörigkeit, Erneute Entzündungen durch verbliebenes Mandelgewebe, Fortbestehende Rachen- und Schleimhautentzündungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und Betreuung sowie Themen des weiteren Heilungsverlaufs. Dazu gehören Schmerztherapie, Ernährung, Wundheilung, Entlassung und Nachkontrollen sowie die Einordnung möglicher Beschwerden und das Verhalten nach der Entlassung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.