Was ist Eröffnung eines Abszesses?
Ein Abszess ist eine umschriebene Ansammlung von Eiter, die sich infolge einer Entzündung im Gewebe bildet. Bei einer Abszesseröffnung – auch Abszessinzision oder Abszessspaltung genannt – wird die Eiteransammlung entlastet, damit Sekret abfließen kann. Das Verfahren kommt infrage, wenn ein Abszess eine behandelbare Höhle ausgebildet hat und eine operative Entlastung medizinisch angezeigt ist.
Im HNO-Bereich kann die Behandlung beispielsweise Abszesse an der Nase, der Ohrmuschel oder im Gehörgang betreffen. Je nach Befund und Lage wird das Sekret zunächst über eine Nadel abgesaugt oder der Abszess durch einen kleinen Schnitt eröffnet. Welche Vorgehensweise geeignet ist, richtet sich unter anderem nach Ausdehnung und Zugänglichkeit des entzündeten Areals. Bei Bedarf können weitere Maßnahmen zur Versorgung der Wunde hinzukommen.
Der Eingriff erfolgt häufig in örtlicher Betäubung; abhängig von Situation und Umfang kann auch eine Narkose erforderlich sein. Die Abszesseröffnung ergänzt die weitere Behandlung der zugrunde liegenden Entzündung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen vermittelt Grundlagen zur Haut und zur Entstehung von Abszessen. Er ordnet mögliche Lokalisationen im HNO-Bereich ein und behandelt besondere klinische Situationen, Behandlungsziele sowie konservative Alternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, den ambulanten Rahmen sowie die Anästhesieverfahren. Weitere Themen sind die Medikamenten- und Allergieanamnese, Nüchternheit und Aspekte des Lebensstils und der äußeren Vorbereitung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Lokalanästhesie, Kryoanästhesie und Allgemeinanästhesie. Er beschreibt die Aspiration des Abszessinhalts und bei Bedarf die Inzision, mögliche Entfernung der Abszesskapsel sowie Wunddrainage und mikrobiologische Probenentnahme. Auch begleitende Maßnahmen und der Abschluss des Eingriffs werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, Transfusionsbedingte Infektionen, Transfusionsassoziierte pulmonale Komplikationen, Nierenfunktionsstörung, Immunreaktionen, Verletzung benachbarter Nerven und Gefäße, Taubheitsgefühl und Sensibilitätsstörungen, Schmerzen, Haut-, Weichteil- und Nervenschäden, Lähmungen, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Allergische und Unverträglichkeitsreaktionen, Anaphylaxie und Kreislaufschock.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Wundschmerzen, Thrombose, Embolie, Lungenembolie, Herz-Kreislauf-Komplikationen, Wundheilungsstörung, Erneute lokale Entzündung, Hämatogene Keimverschleppung, Sepsis, Perichondritis, Gehörgangsentzündung, Hörminderung, Nasenvorhofentzündung, Auffällige Narbenbildung, Narbenwucherung, Intrakranielle venöse Thrombose, Abszessrezidiv, Unvollständige Abheilung, Erneuter Eingriff oder zusätzliche Behandlung, Infektion durch resistente Erreger.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Entlassung nach dem Eingriff sowie den weiteren Heilungsverlauf. Er behandelt Kontrolluntersuchungen, den Umgang mit Drainage und Nahtmaterial, Arbeitsunfähigkeit und die Themen Wundhygiene und Wundpflege, Körperpflege, Belastung und Schutz des behandelten Bereichs.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.