Was ist FESS/Infundibulotomie?
Die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie (FESS) umfasst operative Verfahren, bei denen Ärztinnen und Ärzte die Nasennebenhöhlen über die Nase mit endoskopischer Sicht behandeln. Sie kommt vor allem bei anhaltenden oder wiederkehrenden Entzündungen sowie bei Schleimhautpolypen infrage, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichend hilft. Ziel ist, die natürliche Funktion der Nebenhöhlen zu unterstützen und den Abfluss von Sekret zu erleichtern.
Eine Infundibulotomie ist ein begrenzter Eingriff im Bereich des sogenannten Infundibulums, einer Passage zwischen Nase und Kieferhöhle. Dabei wird der Zugang zu dieser Nebenhöhle erweitert. Je nach Befund und Ausdehnung der Erkrankung kann der Eingriff auf diesen Bereich beschränkt bleiben oder weitere Nasennebenhöhlen einbeziehen. Welche Variante geeignet ist, richtet sich nach den betroffenen Strukturen und dem individuellen Behandlungsziel.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Anatomie der Nasennebenhöhlen sowie Ursachen und mögliche Auswirkungen entzündlicher Erkrankungen. Er stellt die Ziele und die individuelle Planung des Eingriffs dar und ordnet ihn gegenüber konservativen und medikamentösen Behandlungsoptionen einschließlich einer möglichen Therapie mit Biologika ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Aufklärung und Einwilligung, die Möglichkeiten der Allgemein- und Lokalanästhesie sowie die ambulante oder stationäre Versorgung. Weitere Themen sind Gesundheitszustand und Medikamentenanamnese, gerinnungshemmende Medikamente, medizinische Unterlagen, Rauchen, Nüchternheit und äußere Vorbereitungsaspekte.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem endonasalen Zugang und der endoskopischen oder mikroskopischen Sichtkontrolle. Er beschreibt die Entfernung erkrankten Gewebes und von Polypen sowie die Erweiterung natürlicher Verbindungen zu den Nasennebenhöhlen. Außerdem behandelt er eine mögliche Nasentamponade und ein erweitertes Vorgehen, gegebenenfalls über einen äußeren Zugang oder in einem weiteren Eingriff. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Leichte Epistaxis, Starke Blutung und Nachblutung, Blutaspiration mit Atemwegsgefährdung, Kreislaufkollaps, Lebensbedrohliche Blutungskomplikation, Neurologische Schäden, Todesfolge, Transfusionsbedingte Infektionen, Schädelbasisverletzung, Duraverletzung, Pneumozephalus, Intrakranielle Blutung, Liquorrhö, Intrakranielle Infektion, Haut- und Gewebeschädigung, Thermische Verletzung, Allergische Reaktion und Unverträglichkeit, Sehverlust durch Lokalanästhesie, Arzneimittelnebenwirkungen und Wechselwirkungen, Gastrointestinale Beschwerden, Schwindel, Hautreaktionen, Kreislaufstörungen, Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen, Unruhe und Krampfanfälle, Pilzinfektionen, Leber- und Nierenbelastung, Ulcera und gastrointestinale Blutungen, Atemwegsverengung, Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und Parästhesien, Lagerungsbedingte Beschwerden, Krustenbildung, Nasenschwellung, Sehstörungen, Orbitaverletzung und Einblutung, Mundatmung, Verschlechterung eines Schlafapnoe-Syndroms, Hypoxämie, Tamponadenverlagerung, Würgereiz, Blutbeimengung im Nasensekret, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Periorbitale Hämatome und Lidödem, Infektionen von Weichteilen, Knorpel und Knochen, Sepsis, Ozäna, Verwachsungen und Narben, Epiphora und Tränenwegsentzündung, Stenose oder Verschluss der Nebenhöhlenverbindungen, Mucozele, Bulbusverlagerung, Thrombose, Embolie, Tubenfunktionsstörung, Druckgefühl in Nase und Nasennebenhöhlen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Betreuung nach dem Eingriff, einschließlich Überwachung, stationärer Versorgung, Entlassung und Kontrolluntersuchungen. Er behandelt außerdem die Tamponadenversorgung, Nasenpflege, Schmerztherapie, mögliche Warnzeichen sowie Themen des Verhaltens nach der Entlassung, der Arbeitsunfähigkeit und der Rückkehr zu Alltagsaktivitäten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.