Was ist Lokale Lappenplastik?
Eine lokale Lappenplastik ist ein rekonstruktives Verfahren, bei dem Gewebe aus der unmittelbaren Nachbarschaft eines Defekts zur Deckung genutzt wird. Anders als ein vollständig abgetrenntes Transplantat bleibt der Gewebelappen zunächst über eine versorgende Verbindung mit seinem Ursprungsgebiet verbunden. So lässt sich fehlende Haut und – abhängig von der gewählten Technik – auch tieferes Gewebe ersetzen.
Das Verfahren kommt infrage, wenn ein Gewebedefekt nicht ohne Weiteres durch direkten Wundverschluss versorgt werden kann. Gründe können Verletzungen, Verbrennungen oder die Entfernung erkrankten Gewebes sein. In der HNO kann eine lokale Lappenplastik zur Wiederherstellung von Gewebe im Kopf-Hals-Bereich beitragen. Die konkrete Planung richtet sich unter anderem nach Ausdehnung und Lage des Defekts sowie nach den Anforderungen an Form und Funktion.
Je nach Bewegungsrichtung unterscheidet man beispielsweise Verschiebe-, Schwenk- und Rotationslappen. Auch die Zusammensetzung variiert: Verwendet werden können Haut allein oder Haut in Verbindung mit tiefer gelegenen Gewebeschichten. Welche Variante geeignet ist, wird individuell anhand des Befunds festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet den Wunddefekt und seine möglichen Entstehungsursachen ein. Er erläutert, wann eine operative Defektdeckung in Betracht kommt und welche alternativen Behandlungsansätze thematisiert werden.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, die Anästhesie, den Versorgungsrahmen sowie die Erhebung der Medikamenten- und Gesundheitsinformationen. Weitere Themen sind mitzubringende Unterlagen, Rauchen und Nüchternheit.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Verlagerung von Gewebe aus der Wundumgebung und den dafür infrage kommenden Gewebearten. Er beschreibt Verschiebe-, Schwenk- und Rotationsbewegungen sowie gestielte Lappenplastiken mit möglicher späterer Durchtrennung des Lappenstiels. Außerdem behandelt er Anästhesieverfahren, mögliche zusätzliche Maßnahmen zur Defektdeckung und die Ruhigstellung bei Eingriffen an Armen oder Beinen. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Intraoperative Blutung, Nervenverletzung mit Sensibilitäts- oder Funktionsstörung, Eröffnung der Brust- oder Bauchhöhle, Pneumothorax, Verletzung innerer Organe, Allergische Reaktion, Unverträglichkeitsreaktion, Sehverlust, Haut- und Gewebeschädigung durch operative Maßnahmen oder Lagerung, Durchblutungsstörung, Wundheilungsstörung, Gewebenekrose, Narbenbedingte Beeinträchtigung von Funktion oder Aussehen, Nachblutung, Unzureichende Einheilung des verlagerten Gewebes, Flüssigkeitsansammlung im Wund- oder Entnahmegebiet, Infektion, Abweichung von Hautfarbe oder -beschaffenheit, Schwachstelle, Vorwölbung oder Bruch an der Entnahmestelle, Schmerzen und Spannungsgefühl, Einschränkung von Beweglichkeit oder Funktion, Verlust von Gewebe oder Körperteilen, Narben- und Konturunregelmäßigkeiten, Narben- oder Gewebeschrumpfung, Thrombose und Embolie, Notwendigkeit eines erneuten Eingriffs.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Betreuung nach dem Eingriff, den stationären Verlauf und die Entlassung. Er behandelt außerdem Verband und Ruhigstellung, Wund- und Hautpflege, Aktivität, Sonnenschutz, Kontrolltermine, Maßnahmen zur Narbenvorbeugung sowie Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.