Was ist OP Tränenwege?
Operationen an den Tränenwegen umfassen chirurgische Verfahren zur Behandlung eines beeinträchtigten Tränenabflusses. Sie kommen insbesondere infrage, wenn eine Engstelle oder ein Verschluss den Abtransport der Tränen in Richtung Nasenhöhle behindert und konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Ziel ist, die Durchgängigkeit des Abflusssystems wiederherzustellen oder eine alternative Verbindung zu schaffen.
Das Vorgehen richtet sich nach Lage und Ausprägung der Veränderung. Bei geeigneten Befunden können die natürlichen Tränenwege erweitert und vorübergehend mit einem feinen Silikonschlauch stabilisiert werden. Ein weiterer Ansatz ist die operative Verbindung zwischen Tränensack und Nasenhöhle, die endoskopisch durch die Nase oder über einen äußeren Zugang angelegt werden kann. Bei bestimmten Engstellen sind auch eine Aufdehnung oder Eingriffe an den ableitenden Kanälchen möglich.
Die Wahl des Verfahrens erfolgt anhand der individuellen Befunde und des Behandlungsziels. Der Aufklärungsbogen ergänzt das persönliche ärztliche Gespräch und unterstützt die strukturierte Besprechung des geplanten Eingriffs.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsziel
Der Aufklärungsbogen vermittelt Grundlagen zur Tränenbildung und zum Abfluss der Tränenflüssigkeit. Er ordnet Abflussstörungen und tränende Augen ein, erläutert das Behandlungsziel des Eingriffs und stellt nichtoperative Alternativen als Themenbereich dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, die Anästhesieplanung sowie die ambulante oder stationäre Versorgung. Weitere Themen sind Medikationsanamnese, blutgerinnungshemmende Medikamente, medizinische Unterlagen, Rauchen und Nüchternheit.
Ablauf und Verfahren
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Möglichkeiten zur Wiederherstellung des Tränenabflusses. Er beschreibt die Tränenwegsintubation, endonasale und externe Zugänge, die transkanalikuläre endoskopische Behandlung, einen künstlichen Abflussweg mit Röhrchen sowie die Ballondilatation. Auch Anästhesie, Lagerung, venöser Zugang und mögliche Anpassungen des Vorgehens werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Periorbitale Schwellung, Periorbitales Hämatom, Orbitale Emphysembildung, Postoperative Blutung, Blutaspiration, Hypoxämie, Transfusionsbedarf, Transfusionsbedingte Infektionsübertragung, Gesichtssensibilitätsstörung, Persistierende Neuralgie, Verletzung der Tränenpünktchen oder Tränenkanälchen, Erneute Störung des Tränenabflusses nach Verletzung der Tränenwege, Sehnervenverletzung, Augenmuskelverletzung, Diplopie, Visusminderung, Erblindung, Gefäßverletzung, Orbitablutung, Schädelbasisverletzung, Meningealverletzung, Liquorrhö, Intrakranielle Blutung, Meningitis, Lidkantenverletzung, Ektropium, Lagophthalmus, Austrocknung der Augenoberfläche, Hornhautverletzung, Intranasale Verletzung, Intranasale Narbenbildung, Restenose des neu angelegten Tränenabflusswegs, Nasenatmungsbehinderung, Hyposmie, Auffällige oder hypertrophe Narbenbildung, Schmerzhafte Narben, Kosmetische Beeinträchtigung durch Narben, Keloidbildung, Hautverfärbung im Narbenbereich, Narbenkontraktur und eingeschränkte Hautbeweglichkeit, Hypästhesie im Narbenbereich, Persistierende Fistel zur Nasenhöhle, Gewebe- oder Nervenverletzung durch technische Verfahren oder Lagerung, Schmerzen, Entzündung, Gewebsnekrose, Funktionelle Störung, Lähmung, Allergische oder sonstige Unverträglichkeitsreaktion, Exanthem, Pruritus, Ödem, Übelkeit, Husten, Dyspnoe, Krampfanfall, Tachykardie, Kreislaufschock, Sehverlust im Zusammenhang mit der Injektion einer Lokalanästhesie, Dislokation des Silikonschlauchs, Trockenheit der Nasenschleimhaut, Nasenkrusten, Übelriechendes Nasensekret, Pharynxtrockenheit, Anhaltende Riechstörung, Weichteilinfektion, Chondritis, Osteitis, Sepsis, Thrombose, Embolie.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf von der Überwachung nach dem Eingriff über Mobilisation und Entlassung bis zum Entlassungsgespräch. Er behandelt außerdem Arbeitsunfähigkeit, Verhalten nach dem Eingriff, Nasenpflege und Spülung der Tränenwege, Kontrolluntersuchungen, mögliche Warnzeichen sowie Flugreisen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.