Was ist Immunadsorption/ Apherese?
Die Immunadsorption ist ein extrakorporales Aphereseverfahren: Blut wird außerhalb des Körpers in seine Bestandteile getrennt, und das Plasma wird gezielt von bestimmten Antikörpern gereinigt. Dazu kommt ein Adsorber zum Einsatz, der ausgewählte Blutbestandteile bindet. Das behandelte Plasma und die übrigen Blutbestandteile werden anschließend wieder dem Kreislauf zugeführt. Je nach medizinischer Fragestellung kann das Ziel auch die Verringerung von Immunkomplexen sein.
Eingesetzt wird das Verfahren unter anderem bei Autoimmunerkrankungen, wenn krankheitsfördernde Antikörper eine Rolle spielen, sowie zur Behandlung im Zusammenhang mit einer möglichen Abstoßung eines transplantierten Organs. Die Entscheidung für eine Apherese erfolgt im klinischen Kontext und berücksichtigt die individuelle Erkrankung und die verfügbaren Behandlungsoptionen.
Apherese ist ein Oberbegriff für verschiedene Verfahren zur gezielten Entfernung von Blutbestandteilen. Neben der Immunadsorption zählen dazu beispielsweise Plasmaaustauschverfahren, bei denen Plasma mit darin gelösten Substanzen entfernt wird. Je nach Indikation kommen unterschiedliche Techniken oder Kombinationen mit anderen Blutreinigungsverfahren infrage.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet das Verfahren als extrakorporale Blutreinigung ein und erläutert dessen Bezug zu Autoimmunerkrankungen, pathogenen Antikörpern, Immunkomplexen und der Abstoßung transplantierter Organe. Auch alternative Behandlungsverfahren und mögliche Kombinationen mit anderen Verfahren werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die relevanten medizinischen Unterlagen, Angaben zu Arzneimitteln sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Er behandelt außerdem organisatorische Aspekte der ambulanten oder stationären Behandlung und Themen rund um die Zeit während der Behandlung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem Gefäßzugang und der extrakorporalen Blutreinigung. Er stellt den peripheren venösen Zugang und den zentralen Venenkatheter sowie die Plasmaabtrennung durch Filtration oder Zentrifugation und die anschließende Adsorption dar. Auch Antikoagulation, Rückführung der Blutbestandteile und Überwachung während der Behandlung werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Kältegefühl, Husten, Kopfschmerzen, Tränenfluss, Juckreiz, Gefühlsstörungen, Tinnitus, Erbrechen, Benommenheit, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Schwindel, kalter Schweiß, Luftnot, Übelkeit, Bewusstlosigkeit, kardiale Durchblutungsstörungen, pulmonale Thromboembolie, Brustkorb- und Rückenschmerzen, Schmerzen am Gefäßzugang, Blutergüsse, Blutungen am Gefäßzugang, Entzündungen an Einstichstellen, Fehllage von Nadeln oder Katheter, intrakranielle Blutungen, gastrointestinale Blutungen, HIV-Infektion, Hepatitis-Virusinfektion, Thrombose des zentralen Venenkatheters, Gefäßverschlüsse, Kaliummangel, Störungen des Säure-Basen-Haushalts, Kribbeln, Krämpfe, Appetitlosigkeit, beschleunigte Atmung, heparininduzierte Immunreaktion mit Thrombozytenverklumpung, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstillstand, Luftembolie, Schlaganfall, Sehverlust, Atemstillstand, Entzündungen, Fieber, Sepsis, Endokarditis, geschwächte Immunabwehr, Erkältungen, allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot bei allergischer Reaktion, Krämpfe bei allergischer Reaktion, Herzrasen bei allergischer Reaktion, Kreislaufschock, vorübergehende oder bleibende Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Hautschäden an der Zugangsstelle, Gewebeschäden an der Zugangsstelle, Nervenschäden an der Zugangsstelle, Gewebsnekrose, Gefäßreizungen und Gefäßentzündungen, Narben, Empfindungsstörungen, Funktionsstörungen, Therapieversagen.
Wichtige Verhaltensweisen
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum weiteren Verlauf nach der Behandlung, darunter Reaktionsfähigkeit, Entlassung und Kontrolltermin. Er behandelt außerdem die Planung weiterer Termine und Reisen sowie Unterstützung und Notfallorganisation im persönlichen Umfeld.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.