Was ist Peritonealdialyse-Katheter?
Ein Peritonealdialyse-Katheter ist ein dauerhaft angelegter Zugang für die Bauchfelldialyse. Dieses Nierenersatzverfahren kommt bei fortgeschrittener, nicht ausreichend behandelbarer Niereninsuffizienz infrage. Über den Katheter wird Dialyselösung in die Bauchhöhle eingebracht und später wieder abgeleitet. Das Bauchfell dient dabei als Austauschfläche: Bestimmte Stoffwechselprodukte und überschüssiges Wasser gelangen aus dem Blut in die Lösung.
Die Implantation schafft einen Zugang, der im Bauchraum liegt und durch die Bauchwand nach außen führt. Je nach gewählter Technik wird der Katheter operativ, häufig unter Sicht mit einem minimalinvasiven Verfahren, oder über einen perkutanen Zugang eingebracht. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von der individuellen Anatomie und der klinischen Situation ab.
Die Bauchfelldialyse kann manuell über wiederholte Flüssigkeitswechsel oder automatisiert mithilfe eines Geräts erfolgen. Die Katheterimplantation dient dazu, dieses Verfahren zu ermöglichen; sie ist von der späteren dialytischen Behandlung und deren eigener Aufklärung abzugrenzen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion der Nieren und ordnet die Peritonealdialyse als Nierenersatztherapie ein. Er behandelt die Gründe für den Dialysebeginn, die Behandlungsziele sowie Hämodialyse und Nierentransplantation als alternative Verfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, die Anästhesieplanung sowie die ambulante oder stationäre Durchführung. Weitere Themen sind die Medikamenten- und Allergieanamnese, der Impfstatus, Bauchwandhernien und Voroperationen, die vorbereitenden Untersuchungen sowie Nüchternheit und weitere Aspekte der körperlichen Vorbereitung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der laparoskopischen und der drahtgeführten perkutanen Katheterimplantation. Er behandelt die TAP-Blockade und die Allgemeinanästhesie sowie begleitende Maßnahmen wie Überwachung, Antibiotikaprophylaxe und die Kontrolle von Katheterlage und -funktion. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Erweiterung des Eingriffs, Darmverletzung, Harnblasenverletzung, Gefäßverletzung, Nervenverletzung, Blutung, Übertragung von Krankheitserregern bei einer Bluttransfusion, Gasembolie, Gasübertritt in den Brustraum, Atemnot, Druckschäden, Hautschäden, Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühl, Lähmung, Schmerzen, Katheterfehlposition, Kathetermigration, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen, Schwere systemische Reaktionen mit Kreislaufschock.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Muskelkaterartige Bauchschmerzen, Rippenschmerzen, Schulterschmerzen, Bauchschmerzen, Wundschmerzen, Bauchfellentzündung, Austrittsstelleninfektion, Tunnelinfektion, Antibiotikaresistente Erreger, Leistenbruch, Nabelbruch, Wiederauftreten oder Vergrößerung von Bauchwandhernien, Kathetermigration, Katheterknick, Gewebeüberwucherung des Katheters, Funktionsstörung des Katheters, Dialysatleckage, Schwellung der Bauchwand, Schwellung im Genitalbereich, Verdickung des Bauchfells, Funktionsverlust des Bauchfells, Verwachsungen im Bauchraum, Darmverschluss, Stuhlfistel, Wundheilungsstörung, Hämatom, Verletzung von Hautnerven, Verstärkte Narbenbildung, Bewegungseinschränkung durch Narben, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Katheterentfernung, Katheterwechsel, Ausbleibender Eingriffserfolg, Nichtdurchführbarkeit der Peritonealdialyse.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Beobachtung im Aufwachraum, die anschließende Versorgung auf Station oder die Entlassung nach einem ambulanten Eingriff. Er behandelt außerdem die Wundkontrolle und den weiteren Heilungsverlauf, das Schmerzmanagement sowie die abschließende Beurteilung und Planung bei der Entlassung.
Verhalten nach dem Eingriff
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Nachsorge und des Alltags mit dem Katheter, darunter Arbeitsfähigkeit, Nachsorgeuntersuchungen und die Schulung zu Beutelwechsel und Katheterpflege. Weitere Inhalte sind Hygiene, Verbandversorgung, Dokumentation, Körperpflege, Schwimmen, Katheterfixierung und körperliche Aktivität.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.