Was ist Plasmapherese-Behandlung?
Die therapeutische Plasmapherese ist ein extrakorporales Verfahren, bei dem Blut außerhalb des Körpers in seine Bestandteile aufgetrennt wird. Dabei wird das Plasma abgeleitet, während die zellulären Bestandteile zurückgeführt werden. Eine Ersatzlösung gleicht wesentliche Bestandteile des entfernten Plasmas aus. Die Behandlung wird eingesetzt, wenn krankheitsrelevante Substanzen im Plasma vermindert werden sollen und andere Maßnahmen allein nicht ausreichen oder nicht schnell genug wirken.
Anwendungsgebiete umfassen bestimmte immunologische Erkrankungen sowie Situationen, in denen sich schädliche Stoffe im Plasma anreichern, etwa bei ausgewählten Vergiftungen oder Lebererkrankungen. Die konkrete Indikation richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem angestrebten Therapieziel.
Für die Trennung des Plasmas kommen unterschiedliche technische Verfahren infrage, insbesondere Zentrifugation oder Membranfiltration. Je nach Erkrankung und Behandlungskonzept können auch selektive Aphereseverfahren erwogen werden, bei denen gezielt bestimmte Plasmabestandteile entfernt werden. Die Wahl des Verfahrens und der Ersatzlösung erfolgt individuell.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur Plasmapherese
Der Aufklärungsbogen erläutert die Bedeutung des Blutplasmas, die möglichen Einsatzgebiete und das Behandlungsziel der Plasmapherese. Er behandelt das Grundprinzip des Verfahrens, den Ersatz entfernter Plasmabestandteile, den zeitlichen Rahmen und mögliche alternative Therapieansätze. Auch die Erfolgsaussichten und mögliche Grenzen der Behandlung werden eingeordnet.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Eignungsprüfung, mögliche Blutuntersuchungen und die Erfassung relevanter medizinischer Angaben. Weitere Themen sind der ambulante Rahmen, die Katheteranlage mit örtlicher Betäubung sowie Nüchternheit, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Rauchen.
Ablauf der Plasmapherese
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem venösen Zugang, der extrakorporalen Blutseparation und dem Austausch des Plasmas. Er stellt Filter und Zellseparator sowie die Rückführung der Blutzellen und mögliche Ersatzlösungen dar. Zudem behandelt er die Antikoagulation und die Überwachung während der Behandlung. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren und Begleitmaßnahmen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Haut-, Gewebe- und Nervenschäden an der Katheterzugangsstelle, Schmerzen, Entzündungen, Gewebsnekrose, Gefäßreizungen und Gefäßentzündungen, Narbenbildung, Sensibilitäts- und Funktionsstörungen einschließlich Lähmungen, Kreislaufreaktionen einschließlich Blutdruckabfall, Schwindel, Kaltschweißigkeit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Schwere allergische Reaktionen und Kreislaufschock, Vorübergehende oder bleibende Organschäden, Erhöhte Infektanfälligkeit, Blutungen und Nachblutungen, Gerinnungsstörungen, Thrombosen und thromboembolische Gefäßverschlüsse einschließlich Schlaganfall, Herzinfarkt und Lungenembolie, Heparin-induzierte immunologische Thrombozytopenie, Zitratbedingte Hypokalzämie, Elektrolytstörungen, Herzrhythmusstörungen, Luftembolie, Übertragung von Infektionen durch Blutprodukte.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die Beobachtung nach der Behandlung und die Beurteilung des Zustands vor der Entlassung. Er behandelt außerdem weitere Behandlungstermine, mögliche Therapieabstände, die Kombination mit Medikamenten sowie Kontroll- und Blutuntersuchungen. Auch Beschwerden nach der Entlassung und deren Beobachtung werden thematisiert.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.