Was ist Renale Denervierung?
Die renale Denervierung (RDN) ist ein kathetergestütztes Verfahren zur Behandlung ausgewählter Patientinnen und Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck. Dabei werden sympathische Nervenfasern in der Umgebung der Nierenarterien behandelt. Diese Nerven sind an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Die RDN kommt als ergänzende Option infrage, wenn sich der Blutdruck mit etablierten Maßnahmen, insbesondere einer medikamentösen Therapie, nicht ausreichend kontrollieren lässt.
Für die Behandlung wird ein Katheter über ein Blutgefäß bis zu den Nierenarterien geführt. Dort wird Energie eingesetzt, um die Aktivität der beteiligten Nervenfasern zu vermindern. Je nach Verfahren erfolgt dies mit Radiofrequenzenergie oder Ultraschall. Welche Methode geeignet ist, richtet sich unter anderem nach den anatomischen und medizinischen Voraussetzungen der Patientinnen und Patienten. Die RDN ist Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts für Hypertonie und ersetzt nicht grundsätzlich die weitere ärztliche Betreuung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die renale Denervierung in die Behandlung der arteriellen Hypertonie ein. Er erläutert das minimal-invasive Prinzip der Katheterbehandlung an den Nierenarterien sowie die gezielte Beeinflussung der dort verlaufenden Nerven. Auch mögliche Behandlungsergebnisse und deren Bewertung werden thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Eignungsprüfung, die präoperative Diagnostik und die Erfassung von Vorerkrankungen, Allergien sowie der Medikation. Weitere Themen sind der ambulante oder stationäre Rahmen, Nüchternheit, Lokalanästhesie und Sedierung sowie Fragen zur Kostenübernahme.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem arteriellen Katheterzugang und der Behandlung der Nierennerven. Er stellt den Zugang über die Leiste oder das Handgelenk sowie Radiofrequenz- und Ultraschallenergie zur Denervierung beider Nierenarterien dar. Zudem behandelt er die bildgebende Lagekontrolle, die Kontrastmittelgabe und Maßnahmen zum Verschluss der Zugangsstelle. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren und Begleitmaßnahmen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Infektion, Nachblutung, Wundheilungsstörung, Übelkeit, Erbrechen, unerwünschte Wirkungen von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln, Schmerzen an der Kathetereinstichstelle, Hämatom, Hautverhärtung, Hautverfärbung, Hautschädigung, Gewebeschädigung, Nervenschädigung, Gewebsnekrose, Entzündung, Gefäßreizung oder Gefäßentzündung, Narbenbildung, Sensibilitätsstörung, Funktionsstörung, Lähmung, Nierenverletzung, Nierenarterienverletzung, Herzrhythmusstörung, Gefäßverletzung, Thromboembolie, Gefäßverschluss, allergische Reaktion oder Unverträglichkeit, Kreislaufschock, Organschädigung, Organfunktionsverlust, Amputation, erhöhte Blutungsneigung, Blutgerinnungsstörung, Thrombusbildung, Gefäßverengung, HIV-Infektion nach Transfusion, Hepatitisinfektion nach Transfusion, Hypotonie, Verschlechterung der Hypertonie, Gefäßerweiterung an der Einstichstelle, arteriovenöse Fistel, Lymphödem, Katheterverdrehung, Abtrennung eines Katheterfragments, Atemnot, Krampfanfall, Tachykardie, Hirnschädigung, Sehstörung, kontrastmittelbedingte Verschlechterung der Nierenfunktion, Nierenversagen, Dialysepflichtigkeit, Hyperthyreose, Strahlenexposition, strahleninduzierte Krebserkrankung, Strahlenschädigung des ungeborenen Kindes, fehlender Behandlungserfolg, übermäßiger Blutdruckabfall, unzureichende Blutdrucksenkung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, die Beobachtung der Zugangsstelle sowie Wundheilung und Wundpflege. Außerdem behandelt er den weiteren Umgang mit der Blutdruckbehandlung, mögliche Anpassungen der Medikation und die Nachsorge einschließlich regelmäßiger Blutdruckkontrollen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten nach dem Eingriff, darunter die vorübergehend eingeschränkte Reaktionsfähigkeit, den Umgang mit Verband und Wunde sowie die Beachtung möglicher Warnzeichen. Auch die Selbstbeobachtung nach der Entlassung, der Kontakt zum Behandlungsteam, Nachsorgetermine und die Medikamenteneinnahme werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.