Was ist Anästhesie in der Augenheilkunde?
Die ophthalmologische Anästhesie umfasst Verfahren, mit denen Schmerzen bei Untersuchungen und Eingriffen am Auge verhindert oder gelindert werden. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Art und Umfang der Behandlung. Ziel kann neben der Schmerzausschaltung auch sein, die Beweglichkeit des Auges für den Eingriff zu begrenzen.
Zum Einsatz kommen örtliche Verfahren, etwa betäubende Augentropfen oder Gele sowie Injektionen in das Gewebe am oder um das Auge. Je nach Vorgehen wird damit die Augenoberfläche, ein bestimmter Bereich des Auges oder das umliegende Gewebe betäubt. Eine örtliche Betäubung kann mit einer Sedierung ergänzt werden. Bei einer Allgemeinanästhesie ist das Bewusstsein während des Eingriffs ausgeschaltet. Welche Form geeignet ist und ob Verfahren kombiniert werden, wird anhand der geplanten Behandlung und der individuellen Situation festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert grundlegende anatomische Bezüge sowie die Möglichkeiten der örtlichen Betäubung und deren Kombination mit Sedierung oder Kurznarkose. Er ordnet außerdem die mögliche vorübergehende Beeinträchtigung des Sehens und die individuelle Besprechung von Alternativen ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung der Medikamentenanamnese, relevante Ausweise, Nüchternheit, Rauchen, entfernbare Gegenstände und Kosmetika. Auch die Besprechung offener Fragen im Aufklärungsgespräch wird thematisiert.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den örtlichen Anästhesieverfahren am Auge. Er beschreibt die Betäubung der Augenlider und der Augenoberfläche sowie die intrakamerale, subkonjunktivale, subtenonale, peribulbäre und retrobulbäre Anästhesie. Ergänzend behandelt er die Betäubung des Gesichtsnervs sowie Sedierung, Kurz- und Vollnarkose und begleitende Maßnahmen wie Überwachung und Venenzugang. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutdruckabfall, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, epileptische Krampfanfälle, Entzündung an der Einstichstelle, Venenentzündung, Eiteransammlung, Gewebsnekrose, Narbenbildung, Sepsis, Organentzündung, Endokarditis, Juckreiz, Hautausschlag, allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Kreislaufreaktionen, Blutgerinnsel, Gefäßverschluss, Nervenschädigung, Lähmung, Schmerzen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Haut- und Gewebeschäden durch Druck oder Zerrung, Gefäßverletzung, Blutergüsse, Blutungen, Schwellungen und Einblutungen im Augenbereich, Entzündung des Augeninneren, Entzündung der Augenhöhle, Entzündung der vorderen Augenkammer, Augenschmerzen, Augenrötung, akute Sehverschlechterung, Sehverlust, Lidbewegungsstörung, Ptosis, Einblutung ins Augeninnere, Durchblutungsstörung des Sehnervs, Anstieg des Augeninnendrucks, Sehnervenkompression, Sehnervnekrose, Durchblutungsstörung durch Druckverband, eingeschränktes Sehvermögen, Verletzung von Netzhaut oder Augapfel, Schädigung des Sehnervs, Netzhautloch, Netzhautablösung, Verschluss von Blutgefäßen der Netzhaut oder des Sehnervs, dauerhafte Sehbeeinträchtigung, Erblindung, Verlust des Auges, zusätzliche Schädigung eines vorgeschädigten Sehnervs bei Glaukom, Augenbewegungsstörung, Doppelbilder, Sehstörung am unbehandelten Auge, Verletzung des Gesichtsnervs, Gesichtslähmung, Geschmacksstörung, Kaubeschwerden, Sensibilitätsstörung an Lippen oder Zunge, übermäßige Wirkung von Beruhigungs- oder Narkosemedikamenten, unbeabsichtigte Vollnarkose, Beatmungspflicht, Übelkeit, Brechreiz, Aspiration von Mageninhalt, Lungenentzündung nach Aspiration, Bewusstseinsminderung, Beeinträchtigung des Denkens, Verwirrtheit, Unruhe, Kreislaufstörung, Atemstörung, Herz-Kreislauf-Versagen, Atemstillstand, unzureichende Betäubung, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Verletzung von Rachen, Kehlkopf oder Stimmbändern, bleibender Stimmbandschaden, Zahnschäden, Schäden an Implantaten, Schäden an festsitzendem Zahnersatz, Zahnverlust, Fieber, Stoffwechselstörung, Wachheit während des Eingriffs, Schmerzen bei intraoperativer Wachheit.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff und die Einschätzung des Allgemeinzustands vor der Entlassung. Er behandelt außerdem das Verhalten nach der Entlassung, mögliche vorübergehende Einschränkungen des Sehens, Kontrolluntersuchungen, eine mögliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und den Umgang mit anhaltenden oder starken Beschwerden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.