Was ist Entfernung/Teilentfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) oder Entfernung von Silikonöl?
Die Vitrektomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff am hinteren Augenabschnitt. Dabei wird der Glaskörper teilweise oder vollständig aus dem Auge entfernt. Dieser gelartige Inhalt des Auges kann bei bestimmten Erkrankungen die Sicht auf die Netzhaut beeinträchtigen oder die Behandlung des Augeninneren erschweren. Durch seine Entfernung erhalten Ärztinnen und Ärzte Zugang zu den dahinterliegenden Strukturen.
Das Verfahren kommt unter anderem bei Erkrankungen der Netzhaut und des Glaskörpers zum Einsatz, etwa wenn krankhafte Veränderungen im Augeninneren behandelt oder die Netzhaut stabilisiert werden sollen. Welche Ziele im Vordergrund stehen, richtet sich nach dem individuellen Befund. Eine weitere Variante ist die Entfernung von Silikonöl, das bei einem früheren Eingriff zur Unterstützung der Netzhaut eingebracht wurde. Ob der Glaskörper teilweise oder vollständig entfernt beziehungsweise vorhandenes Silikonöl abgesaugt wird, hängt von der jeweiligen Behandlungssituation ab.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsziele
Der Aufklärungsbogen vermittelt die für den Eingriff relevanten Grundlagen zur Funktion von Glaskörper, Netzhaut und weiteren Augenstrukturen. Er ordnet die Entfernung des Glaskörpers oder von Silikonöl in den Behandlungskontext ein und erläutert mögliche Ziele sowie ergänzende Maßnahmen und Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung der Medikamenten- und Gerinnungsanamnese, die augenärztliche Untersuchung sowie organisatorische Aspekte einer ambulanten oder stationären Behandlung. Auch Anästhesieformen, Nüchternheit und der Umgang mit entfernbaren Gegenständen und Kosmetika sind Themen.
Ablauf des Eingriffs
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Entfernung des Glaskörpers oder von Silikonöl und der möglichen Stabilisierung der Netzhaut. Er behandelt Lokalanästhesie und Vollnarkose sowie die mikrochirurgischen Zugänge, die Vitrektomie durch Zerkleinerung und Absaugung, Laser- oder Kältebehandlung und mögliche intraokulare Füllungen. Auch der Verschluss der Zugänge und die Narkoseüberwachung werden dargestellt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: postoperative Augenschmerzen und Reizerscheinungen, Kopfschmerzen, intraokulare Blutung, Infektion, intraokulare Entzündung, verzögerte Wundheilung, postoperative Sehbeeinträchtigung, schwere allergische Reaktion, Hämatom bei Lokalanästhesie, Verletzung bei Lokalanästhesie, Augenbewegungsstörung und Doppelbilder, Übelkeit bei Vollnarkose, Kreislaufprobleme bei Vollnarkose, Atemprobleme bei Vollnarkose, schwere Narkosekomplikationen, erneute Netzhautablösung, Netzhautrisse, Linsentrübung, Undichtigkeit der Zugangsstelle, okuläre Hypotonie, erhöhter Augeninnendruck, Sehnervschädigung, Flüssigkeitsansammlung im zentralen Netzhautbereich, krankheitsbedingte Netzhautschädigung, Narbenbildung mit retinaler Traktion, gasbedingte Seheinschränkung, Beeinträchtigung der Hornhaut und weiterer Augenstrukturen, dauerhafte Sehbeeinträchtigung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, die Beurteilung vor der Entlassung und das Entlassungsgespräch. Außerdem behandelt er Bescheinigungen zu Aufenthalt oder Arbeitsunfähigkeit sowie die weiteren augenärztlichen Kontrolluntersuchungen.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Versorgung nach der Entlassung, darunter eingeschränktes Seh- und Reaktionsvermögen, Begleitung sowie Körper- und Kopfhaltung bei intraokularen Füllungen. Weitere Inhalte sind mögliche Einschränkungen bei Gas im Auge, die Anwendung von Augenmedikamenten, Augenschutz und Hygiene sowie Warnzeichen, die eine ärztliche Beurteilung erfordern.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.