Was ist IVOM?
Bei einer intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) wird ein Arzneimittel direkt in den Glaskörperraum des Auges eingebracht. Auf diese Weise gelangt der Wirkstoff gezielt in die Nähe der Netzhaut. Das Verfahren kommt vor allem bei Erkrankungen zum Einsatz, bei denen krankhafte Gefäßveränderungen oder Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Makula die Sehfunktion beeinträchtigen können. Dazu zählen unter anderem die feuchte altersbedingte Makuladegeneration, das diabetische Makulaödem und ein Makulaödem infolge eines Netzhautvenenverschlusses.
Je nach Krankheitsbild und Behandlungsziel können unterschiedliche Wirkstoffgruppen eingesetzt werden. Dazu gehören insbesondere VEGF-Hemmer sowie kortisonhaltige Präparate. Die Gabe erfolgt üblicherweise als Injektion; alternativ kann ein Depotpräparat verwendet werden, das den Wirkstoff über längere Zeit freisetzt. Während Injektionsbehandlungen häufig in mehreren Sitzungen stattfinden, kann ein Depot eine länger anhaltende Wirkstoffabgabe ermöglichen. Auswahl und Behandlungsplan richten sich nach der jeweiligen Diagnose und der individuellen augenärztlichen Beurteilung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Therapieoptionen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Behandlung in den Zusammenhang von Makulaerkrankungen und möglichen Therapieansätzen ein. Er behandelt VEGF-Hemmer und kortisonhaltige Depotpräparate sowie die im Bogen aufgeführten Wirkstoffe und deren Anwendungsbereiche. Auch die Off-Label-Anwendung, eine Behandlung beider Augen und alternative Verfahren werden thematisiert. Risiken und mögliche Nebenwirkungen sind ebenfalls Gegenstand der Aufklärung.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die augenärztliche Untersuchung, die Prüfung der Sehschärfe und bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Netzhaut. Weitere Themen sind die Medikamentenanamnese sowie mögliche Gegenanzeigen und besondere Aspekte im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Stillzeit.
Ablauf der intravitrealen Medikamentengabe
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der intravitrealen Injektion und dem Einsetzen eines Depotträgers. Er beschreibt die örtliche Betäubung und grundlegende Maßnahmen zur Vorbereitung und Durchführung am Auge. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Bindehautgefäßverletzung, Verletzung des vorderen Augenabschnitts, Nervenschädigung, Netzhautschädigung, intraokulare Blutung, allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Kreislaufreaktion.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Entzündung der Regenbogenhaut, Augeninnendruckanstieg, sekundäres Glaukom, Kataraktentwicklung, Verschiebung des Depotträgers, intraokulare Entzündung, Netzhautriss, Netzhautablösung, Gefäßverschluss, Lichtempfindlichkeit, Augenschmerzen, Glaskörpertrübungen, verschwommenes Sehen, medikamentenspezifische Nebenwirkungen.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf nach der Behandlung. Dazu gehören die Entlassung, eine mögliche Behandlung mit Augentropfen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sowie die erste und die weiteren augenärztlichen Kontrollen.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten nach der Entlassung, darunter Aktivitäten, Augenpflege sowie Aspekte zu Schwangerschaft und Stillzeit. Außerdem behandelt er mögliche Warnzeichen und die Kontaktaufnahme mit medizinischem Fachpersonal bei Beschwerden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.