Was ist Strabismus?
Strabismus bezeichnet eine Fehlstellung der Augen, bei der beide Sehachsen nicht gleichzeitig auf dasselbe Ziel ausgerichtet sind. Ursache ist häufig ein Ungleichgewicht im Zusammenwirken der äußeren Augenmuskeln. Je nach Ausprägung kann das beidäugige Sehen beeinträchtigt sein oder die Augenstellung vor allem äußerlich auffallen.
Eine Strabismusoperation kommt insbesondere infrage, wenn eine anhaltende Fehlstellung durch nicht operative Maßnahmen nicht ausreichend beeinflusst werden kann. Sie kann bei angeborenem oder später erworbenem Schielen erwogen werden; auch funktionelle Beschwerden und der sichtbare Befund fließen in die ärztliche Beurteilung ein. Die Operationsplanung berücksichtigt unter anderem die Augenstellung und die Beweglichkeit der Augen.
Bei der Schielkorrektur wird die Wirkung ausgewählter Augenmuskeln verändert. Zu den grundlegenden Verfahren zählen das Zurücksetzen eines Muskels zur Abschwächung seiner Zugwirkung sowie seine Verkürzung zur Verstärkung. Je nach Befund können weitere Anpassungen der Muskelposition oder eine Kombination verschiedener Techniken notwendig sein. Die Auswahl des Vorgehens richtet sich nach der individuellen Ausgangssituation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen vermittelt Grundlagen zur Funktion der Augenmuskeln und zum Schielen sowie zu möglichen Ursachen und Indikationen für eine operative Korrektur. Er stellt die chirurgischen Verfahren, diagnostische Aspekte und Behandlungsalternativen dar. Auch Anästhesie, Fehlsichtigkeit und Brillenversorgung werden eingeordnet.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das ärztliche Aufklärungsgespräch, die Einwilligung, Kostenfragen und die Medikamenteneinnahme. Weitere Themen sind Nüchternheit und Rauchen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Anästhesie, Bindehautzugang und der chirurgischen Anpassung der Augenmuskeln. Er beschreibt Rezession, Resektion, Muskelverlagerung, Muskelfaltung und Muskelentfernung sowie die mögliche Kombination von Verfahren. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schmerzen, Schwellungen, Hämatome, Infektionen, Narbenbildung, allergische Reaktionen, übermäßige Muskelschwächung, Überkorrektur, narbenbedingte Motilitätseinschränkung, unzureichende Korrektur, muskelverkürzungsbedingte Motilitätseinschränkung, ungünstige Muskelverlagerung, Schädigung benachbarter Strukturen, unregelmäßige Muskelspannung, asymmetrische Augenbewegungen, Verlust der Muskelfunktion, erhöhte Belastung verbleibender Augenmuskeln, Doppelbilder, Hornhautbeeinträchtigung, Skleraverletzung, dauerhafte Sehverschlechterung, Perforation des Augapfels, Verletzung tiefer Augenstrukturen, Netzhautablösung, Blutung unter der Netzhaut, Einblutung ins Augeninnere.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf nach der Operation. Er behandelt die Beobachtung und Entlassung, postoperative Beschwerden und Wundheilung sowie Medikamentenanwendung, Verhalten nach der Entlassung und Nachsorge. Auch Arbeitsunfähigkeit und die Möglichkeit eines erneuten Eingriffs werden angesprochen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.