Was ist Spondylodese-Fusion?
Bei einer Spondylodese werden zwei oder mehr benachbarte Wirbel dauerhaft miteinander verbunden. Ziel ist, einen instabilen Wirbelsäulenabschnitt zu stabilisieren. Im Verlauf soll eine knöcherne Verbindung entstehen; Implantate können die Wirbel währenddessen in der vorgesehenen Position halten.
Das Verfahren kommt unter anderem bei Wirbelgleiten, ausgeprägten Verschleißveränderungen oder Instabilität zum Einsatz. Es kann auch Teil einer Behandlung sein, bei der zugleich eingeengte Nervenstrukturen entlastet werden. Ob eine Fusion infrage kommt, richtet sich nach dem Befund und dem Behandlungsziel.
Je nach Wirbelsäulenabschnitt und operativem Konzept werden unterschiedliche Techniken verwendet. Bei einer instrumentierten Fusion verbinden beispielsweise Schrauben und Stäbe die Wirbel; ergänzendes Knochenmaterial kann den knöchernen Zusammenhalt fördern. Bei einer Zwischenwirbelfusion wird ein Implantat in den Raum zwischen den Wirbelkörpern eingesetzt. Eine dynamische Stabilisierung ist davon abzugrenzen: Sie unterstützt die Stabilität, ohne eine vollständige Versteifung anzustreben.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Spinalkanalstenose und das Wirbelgleiten als mögliche Behandlungsanlässe sowie die Ziele der operativen Dekompression. Er stellt Spondylodese, dynamische Stabilisierung und interspinöse Abstandshalter als Behandlungsoptionen dar und ordnet konservative sowie minimalinvasive Verfahren als Alternativen ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das ärztliche Aufklärungs- und Einwilligungsverfahren, die Anästhesieformen sowie die organisatorischen Aspekte einer ambulanten oder stationären Behandlung. Weitere Themen sind Allergien, Medikamentenanamnese, Vorbefunde, häusliche Vorbereitung, körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, entfernbare Fremdmaterialien und Nüchternheit.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Dekompression und Stabilisierung der Wirbelsäule. Er beschreibt offene und minimalinvasive Zugänge sowie die Lagerungs- und Narkosevarianten. Für die Stabilisierung werden die Spondylodese mit Schrauben-Stab-System und Knochenmaterial, interkorporelle Platzhalter sowie dynamische Stabilisierung mit interspinösem Abstandshalter dargestellt. Auch mögliche Anpassungen des Eingriffs und der Wundverschluss sind Thema. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Blutung im Wirbelkanal, transfusionsbedingte Infektion, Verletzung benachbarter Gewebe oder Organe, Duraverletzung, Liquorleckage und Liquorfistel, Kopfschmerzen infolge von Liquorverlust, Blutung im Schädel- oder Wirbelkanal, Lockerung der Wirbelverbindung und Instabilität, Strahlenrisiko für das ungeborene Kind, Nervenverletzung.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Wund- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, ziehende Beschwerden in den Beinen, Nervenschmerzen, Hämatome, Gehstörungen, Lähmungen, Blasen- und Darmfunktionsstörungen, Gefühlsstörungen im Genitalbereich, sexuelle Funktionsstörungen, oberflächliche Wundinfektion, tiefe Infektion an Bandscheibe, Wirbeln oder Rückenmarkshäuten, Sepsis, Lungenentzündung, Harnwegsinfektion, überschießende Narbenbildung, Narbengewebe im Wirbelkanal, Druckstellen, lagerungsbedingte Nervenschädigung, Hirnhautentzündung, Sehstörungen bis hin zur Erblindung, Pseudarthrose, Lockerung oder Bruch von Implantaten, Fehlplatzierung oder Verlagerung von Implantaten, Degeneration angrenzender Wirbelsäulenabschnitte, Abnutzung der Wirbelgelenke nach dynamischer Stabilisierung, Thrombose, Lungenembolie, Fortbestehen oder Verschlechterung der ursprünglichen Beschwerden.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff, die Schmerzbehandlung und die physiotherapeutische Nachbehandlung. Weitere Themen sind Wundkontrollen und Wundpflege sowie die Entlassung nach ambulanter oder stationärer Behandlung einschließlich Entlassungsgespräch und Arztbrief.
Verhalten nach Entlassung und nächste Schritte
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter Arbeitsunfähigkeit, ärztliche Abklärung bei Beschwerden, Schlafpositionierung und Mobilisation. Er behandelt außerdem Physiotherapie, körperliche Belastung, Geschlechtsverkehr, Sport, Kraftfahrzeugführen, Ernährung und Kontrolluntersuchungen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.