Was ist vordere Kreuzbandplastik/-Refixierung?
Die vordere Kreuzbandplastik, auch VKB-Rekonstruktion genannt, ist ein operativer Eingriff zur Wiederherstellung der stabilisierenden Funktion des vorderen Kreuzbandes. Sie kommt insbesondere bei einem vollständigen Riss oder einer relevanten funktionellen Insuffizienz infrage, wenn eine operative Versorgung aufgrund der Beschwerden, des Aktivitätsniveaus oder der individuellen Befundsituation angezeigt ist. Ziel ist, die mechanische Stabilität des Kniegelenks zu verbessern.
Bei einer Rekonstruktion wird das geschädigte Band durch ein Transplantat ersetzt, häufig durch körpereigenes Sehnengewebe. Dieses wird im Knie so positioniert und fixiert, dass es die Funktion des ursprünglichen Kreuzbandes übernehmen kann. Eine Refixierung verfolgt einen anderen Ansatz: Dabei wird das noch vorhandene Kreuzbandgewebe an seiner knöchernen Ansatzstelle befestigt. Ob diese Variante geeignet ist, hängt unter anderem von Art und Lage der Verletzung sowie der Beschaffenheit des Bandgewebes ab. Die operative Versorgung erfolgt häufig arthroskopisch; das konkrete Vorgehen richtet sich nach dem Befund und der gewählten Technik.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen vermittelt Grundlagen zur Anatomie und stabilisierenden Funktion der Kreuzbänder. Er ordnet Verletzungen und Schwächen des vorderen Kreuzbandes sowie deren mögliche Auswirkungen ein und stellt Behandlungsziele, eine konservative Alternative und Aspekte des Operationszeitpunkts dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere das ärztliche Aufklärungsgespräch und die Einwilligung, die gesonderte Anästhesieaufklärung sowie mögliche ambulante oder stationäre Versorgung. Weitere Themen sind die Medikationsübersicht, entfernbare Fremdmaterialien und Kosmetika, die Haarentfernung im Operationsgebiet sowie Antibiotikaprophylaxe und mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Narkose, Lagerung und operativem Zugang. Er beschreibt minimal-invasive und offene Zugänge sowie die Möglichkeiten der Sehnenentnahme und des Spendertransplantats. Weitere Themen sind die arthroskopische Beurteilung des Gelenks, die Vorbereitung der Ansatzstellen und Knochentunnel sowie Refixierung und Transplantatfixierung mit Ankern, Schrauben oder in Press-Fit-Technik. Auch Drainage, Funktionsprüfung und Wundverschluss werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Knorpelverletzung, Verletzung von Menisken, Sehnen, Knochen oder Bändern, Arthroseentwicklung, Verletzung größerer Blutgefäße, Beinverlust, Allergische oder Unverträglichkeitsreaktion, Weichteilschaden, Nervenverletzung, Bleibende Sensibilitätsstörung, Schmerz, Muskelschwäche, Lähmung, Druckschaden, Hautschaden, Patellafraktur, Wechsel auf ein offenes Verfahren, Größerer Blutverlust, Bluttransfusion, Materialbruch, Zusätzliche Schnitte zur Materialentfernung.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schmerzen, Nachblutung, Gelenkerguss, Hämatom, Infektion, Knocheninfektion, Gelenkinfektion, Blutvergiftung, Beinverlust, Ödem benachbarter Weichteile, Komplexes regionales Schmerzsyndrom, Durchblutungsstörung, Weichteilschwellung, Muskelabbau, Knochenabbau, Gelenkversteifung, Bindegewebsvermehrung, Abstoßreaktion, Knochenentzündung, Druckempfindlichkeit, Thrombose, Embolischer Gefäßverschluss, Lungenembolie, Herz-Kreislauf-Probleme, Verstärkte Narbenbildung, Fehlplatzierung der Knochentunnel, Veränderte Kniebewegung, Bewegungseinschränkung, Knochentunnelweitung, Knochenzysten, Versagen der Transplantatfixierung, Riss des Transplantats oder refixierten Kreuzbandes, Instabilität des Kniegelenks, Arthrose, Meniskusschaden, Kraftminderung der Bein- oder Kniegelenkmuskulatur, Schmerzen an der Sehnenentnahmestelle, Wundheilungsstörung.
Postoperativer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Betreuung unmittelbar nach der Operation sowie Entlassung und mögliche stationäre Weiterbehandlung. Er behandelt außerdem postoperative Kontrollen, Schmerz- und Schwellungsmanagement, Verbandswechsel und Drainageentfernung sowie Mobilisierung und physiotherapeutische Nachbehandlung. Weitere Themen sind Wundkontrollen, Transplantateinheilung, die schrittweise Rückkehr zu körperlichen Aktivitäten und Sport, Arbeitsunfähigkeit und Nachbehandlungsplanung.
Verhalten nach Entlassung und nächste Schritte
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Zeit nach der Entlassung, darunter Mobilität und Belastung des Kniegelenks, Thromboseprophylaxe und Schlafposition. Er behandelt außerdem Warnzeichen, ärztliche Verlaufskontrollen, Wundkontrollen, Physiotherapie und Muskelaufbau sowie die Rückkehr zu Sport und Alltag und die weitere Nachbehandlungsplanung.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.