Was ist Brustkorbspiegelung-VATS?
Die videoassistierte Thorakoskopie (VATS) ist ein minimalinvasives Operationsverfahren zur Untersuchung und Behandlung im Brustraum. Eine Kamera und chirurgische Instrumente werden über schmale Zugänge zwischen den Rippen eingebracht. Das Kamerabild ermöglicht dem Operationsteam, die Strukturen im Brustkorb auf einem Bildschirm zu beurteilen und gezielt zu arbeiten.
Zum Einsatz kommt die VATS unter anderem, wenn Erkrankungen im Brustraum abgeklärt oder Gewebeproben gewonnen werden sollen. Je nach Befund lassen sich damit auch krankhafte Veränderungen an Lunge, Brustfell oder angrenzenden Strukturen behandeln. Welche Maßnahme infrage kommt, richtet sich nach der Diagnose und dem individuellen Behandlungsziel.
Der Zugang kann über mehrere kleine Öffnungen oder über einen einzelnen Zugang erfolgen. Die Wahl hängt unter anderem von Art und Umfang des geplanten Eingriffs ab. In ausgewählten Fällen kann die Operation robotisch unterstützt werden; dabei führt das Operationsteam die Instrumente über ein entsprechendes System.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsalternativen
Der Aufklärungsbogen ordnet den Eingriff anatomisch ein und erläutert seine diagnostischen und therapeutischen Einsatzmöglichkeiten. Er behandelt mögliche Befunde im Brustraum sowie operative und nichtoperative Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erfassung von Vorbefunden, Medikamenten und Allergien sowie die Themen Aufnahme, Narkose und Nüchternheit. Auch weitere Aspekte der Vorbereitung werden berücksichtigt.
Ablauf der Brustkorbspiegelung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Lagerung, Atemwegssicherung und minimal-invasivem Zugang. Er beschreibt die Mehrport- und Single-Port-Technik sowie den möglichen Einsatz eines Robotersystems. Weitere Themen sind die Gewebeentnahme, die Schnellschnittuntersuchung und die Drainage. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Intraoperative Verfahrensänderung und Umstieg auf eine offene Operation, Hautemphysem, Schulterschmerzen, Schluckbeschwerden, Hustenreiz, Verletzung benachbarter Organe, Zwerchfellschädigung und Zwerchfellhernie, Nervenverletzungen, Horner-Syndrom und Störung der Schweißbildung, Gefäßverletzungen und Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Perikarderguss und Hämoperikard, Haut-, Weichteil- und Nervenschäden durch Lagerung oder medizinische Maßnahmen, Blutungen und größerer Blutverlust, Transfusionsreaktionen und transfusionsbedingte Infektionen, Lymphgefäßverletzung und Lymphflüssigkeitsansammlung, Flüssigkeitsansammlung im Brustraum, Sauerstoffmangel und Überlastung des rechten Herzens, Pneumothorax, Luftembolie, Anhaltende Undichtigkeit der Lunge, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Infektionen im Brust- oder Mittelfellraum und Fistelbildung, Blutvergiftung, Wundheilungsstörungen, Undichtigkeit von Nähten oder Klammern, Verstärkte Narbenbildung, Atemschwäche und Beatmungsbedarf, Anhaltende Brustkorbschmerzen, Thrombose und thromboembolische Ereignisse, Heparin-induzierte Thrombozytopenie mit verstärkter Gerinnselbildung, Blutung im Wirbelkanal und Durchblutungsstörung des Rückenmarks.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung nach dem Eingriff und weitere Aspekte des stationären Verlaufs bis zur Entlassung. Dazu gehören die Drainagenversorgung, Kontrollen, die Schmerzbehandlung und die abschließende Information zur Weiterbehandlung.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen, die nach der Entlassung für Erholung und Nachsorge relevant sind. Er umfasst die Wiederaufnahme alltäglicher Aktivitäten, therapeutische Unterstützung, Wund- und Narbenpflege sowie Kontrolltermine und die ärztliche Abklärung von Beschwerden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.