Was ist Dekortikation?
Die Dekortikation ist ein thoraxchirurgisches Verfahren zur Abtragung einer krankhaft verdickten, narbig-fibrösen Schicht an der Pleura. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn solche Veränderungen – etwa infolge einer Entzündung – die Entfaltung der Lunge behindern. Ziel des Eingriffs ist, die einengende Gewebeschicht zu beseitigen und der Lunge wieder mehr Raum zur Ausdehnung zu geben. Je nach Ausprägung können auch Anteile des Lungen- oder Brustwandfells entfernt werden.
Der Zugang kann minimalinvasiv mit videoassistierter Technik oder als offener Eingriff über einen größeren Zugang zum Brustkorb erfolgen. Die Wahl des Vorgehens orientiert sich am Befund und an den Gegebenheiten während der Operation. Bei beiden Varianten wird das veränderte Gewebe von den betroffenen Strukturen gelöst. Umfang und Ausdehnung der Entfernung richten sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur Dekortikation
Der Aufklärungsbogen erläutert den Aufbau und die Funktion von Pleura und Pleuraspalt sowie die Auswirkungen von Narbengewebe auf die Beweglichkeit der Lunge. Er ordnet die Dekortikation als Möglichkeit zur Linderung der Beschwerden ein und behandelt die Folgen einer Entscheidung gegen den Eingriff sowie Behandlungsalternativen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen und Untersuchungen bei der Aufnahme, die Erfassung von Vorbefunden, Medikamenten sowie Allergien und Unverträglichkeiten. Weitere Themen sind Nüchternheit, Alkohol- und Nikotinkonsum, die Vorbereitung des Operationsgebiets, entfernbare Gegenstände und Kosmetika sowie Allgemeinanästhesie und Narkoseaufklärung.
Ablauf der Dekortikation
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf Allgemeinanästhesie, Atemwegssicherung und operativem Zugang. Er behandelt die offene Operation und den minimalinvasiven Zugang sowie Dekortikation, mögliche Entfernung von Anteilen der Pleura, gegebenenfalls Rippenresektion, Drainagen und Wundverschluss. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren und Maßnahmen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Abbruch des Eingriffs, Vergrößerung des Hautschnitts, Umstieg auf ein offenes Operationsverfahren, Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Verletzung benachbarter Strukturen, Gefäßschädigung mit Gewebe- oder Organnekrose, Verletzung einer Rückenmarksarterie mit Querschnittslähmung, Lymphgefäßverletzung und Lymphleck, Verletzung des Eingeweidenervs, Verletzung des Stimmbandnervs, Verletzung des Zwerchfellnervs, Verletzung des sympathischen Nervengeflechts und Horner-Syndrom, Herzbeutelverletzung und Herzbeuteltamponade, Thermische oder chemische Haut- und Gewebeschäden, Störende Narbenbildung, Druckgeschwüre, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Anaphylaxie und Kreislaufschock, Organschäden durch allergische Reaktionen, Blutungen und erheblicher Blutverlust, Hirn- oder Sehnervschäden und Erblindung nach Blutverlust, Transfusionsbedingte Infektionen, Transfusionsbedingtes Lungenödem und Lungenversagen, Transfusionsbedingte Nierenfunktionsstörung, Transfusionsbedingte Immunreaktionen, Luft- oder Flüssigkeitsansammlung im Brustraum, Luftembolie, Rippenbrüche, Verschleppung von Tumorzellen und Metastasen.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Subkutanes Emphysem, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen, Abszesse, Mediastinitis, Sepsis, Lungenschädigung durch Flüssigkeitsentlastung, Verstärkte Narbenbildung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Abgekapselte Hohlräume im Pleuraspalt, Narbenbruch, Thrombosen und Embolien, Blutungen und Nachblutungen unter gerinnungshemmender Behandlung, Gerinnungsstörungen, Heparininduzierte Thrombozytopenie, Anhaltende Schmerzen durch Narbengewebe oder Nervenreizung, Herzrhythmusstörungen, Zwerchfellbruch, Knochenentzündung, Ausbleibende knöcherne Heilung der Rippe, Instabilität der Brustwand, Magen- und Darmgeschwüre, Erneute Entzündungsreaktionen im Brustraum.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Betreuung auf der Intensiv- oder Überwachungsstation und auf der Normalstation sowie mögliche Maßnahmen bei Atemproblemen. Er behandelt Drainagen und deren Kontrolle, Schmerzbehandlung, Wundversorgung, Entlassungsplanung, Arbeitsunfähigkeit, Nahtmaterial, Rehabilitation und Nachkontrollen.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen behandelt Verhaltenshinweise für die Zeit nach dem Eingriff. Dazu gehören Atemübungen, körperliche Belastung, Wund- und Körperpflege, Reisen, Ernährung sowie Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.