Was ist Explorative Thorakotomie?
Die explorative Thorakotomie ist ein chirurgischer Zugang zum Brustraum, der der direkten Beurteilung von Organen und Gewebe dient. Sie kommt infrage, wenn Untersuchungen ohne Operation keine ausreichende Klärung einer vermuteten Erkrankung ermöglichen oder der Befund für die weitere Therapie genauer bestimmt werden muss. Bei Bedarf können während des Eingriffs Gewebeproben gewonnen und operative Behandlungsschritte angeschlossen werden.
Der Zugang richtet sich nach der Lage des zu untersuchenden Bereichs und dem Behandlungsziel. Möglich sind offene Zugänge durch die Brustwand; je nach Fragestellung kann der Brustraum auch minimal-invasiv mit einer Kamera untersucht werden. Für bestimmte Bereiche kommen Zugänge über das Brustbein oder den oberen Brustraum infrage. Welche Variante geeignet ist, wird anhand der individuellen Befunde und der geplanten Untersuchung festgelegt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet den Eingriff anhand der Anatomie des Brustkorbs und des Mediastinums ein. Er erläutert mögliche Gründe für die operative Abklärung und eine Gewebeentnahme sowie alternative Untersuchungs- und Behandlungsverfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die stationäre Aufnahme, die Zusammenstellung medizinischer Vorinformationen, die Anästhesie und die Vorbereitung des Operationsgebiets. Weitere Themen sind Rauchen und Nikotinkonsum, Nüchternheit sowie der Umgang mit entfernbaren Gegenständen und Kosmetika.
Ablauf des Eingriffs
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Zugangswegen und operativen Verfahren. Er beschreibt thorakoskopische Einport- und Mehrportzugänge, offene Thorakotomie, Sternotomie und zervikale Mediastinoskopie sowie robotische Assistenz und fluoreszenzgestützte Bildgebung. Begleitende Maßnahmen wie Einlungenbeatmung, Thoraxdrainage, Gewebeuntersuchung und Wundverschluss werden ebenfalls behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Intraoperative Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Vergrößerung des Hautschnitts oder zusätzlicher Zugang, Hautemphysem, Schulterschmerzen, Dysphagie, Hustenreiz, Verletzung benachbarter Organe, Gefäßverletzung, Nervenschädigung, Zwerchfellverletzung, Zwerchfellhernie, Durchblutungsstörung mit Gewebe- oder Organschädigung, Rückenmarkischämie mit Querschnittslähmung, Phrenikusparese, Rekurrensparese, Armnervenschädigung, Sympathikusschädigung mit Schweißstörung oder Horner-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Perikarderguss oder Herzbeuteltamponade, Haut-, Weichteil- oder Nervenschädigung durch Lagerung, Injektionen oder Operationsinstrumente, Intraoperative Blutung und größerer Blutverlust, Transfusionsbedingte Infektionen, Transfusionsreaktionen, Lungenödem, Nierenfunktionsstörung, Lymphgefäßverletzung mit Lymphleck, Pleuraerguss, Sauerstoffmangel, Rechtsherzbelastung, Pneumothorax mit unvollständiger Lungenentfaltung, Luftembolie, Rippenfraktur, Allergische Reaktion oder Unverträglichkeit, Postoperative Einblutung in den Brustraum, Verlegung der Drainage durch Blutgerinnsel, Oberflächliches Hämatom, Infektion im Brust- oder Mediastinalraum, Fistelbildung, Sepsis, Endokarditis, Infektion nach Sternotomie mit möglicher Teilentfernung des Brustbeins, Wundheilungsstörung, Auffällige oder störende Narben, Einschränkung der Beweglichkeit, Instabile Verbindung oder fehlende Heilung des Brustbeins, Atemschwäche mit möglichem Beatmungsbedarf, Mediastinitis, Anhaltende Schmerzen am Brustkorb, Thrombose oder Embolie, Heparin-induzierte Thrombozytopenie mit verstärkter Gerinnselbildung.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und den weiteren stationären Verlauf. Er behandelt Themen wie Drainagen, Schmerztherapie, Wundkontrollen, Entlassung, Arbeitsunfähigkeit und Anschlussheilbehandlung. Auch Bewegung, Atemtherapie, Physiotherapie, Wundpflege, Kontrolluntersuchungen und die ärztliche Abklärung postoperativer Beschwerden werden aufgegriffen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.