Was ist HITOC?
Die hypertherme intrathorakale Chemotherapie (HITOC) ist ein lokoregionales Verfahren, bei dem ein erwärmtes Zytostatikum in der Brusthöhle zirkuliert. Sie wird als Ergänzung zu einer Operation eingesetzt, wenn bei Tumorerkrankungen im Brustraum eine Ausbreitung auf das Brustfell vorliegt oder vermutet wird. Ziel ist, Tumorzellen zu erreichen, die nach der Entfernung sichtbarer Tumoranteile im Operationsgebiet verblieben sein könnten.
Zum Einsatz kommen kann HITOC insbesondere im Rahmen der chirurgischen Behandlung bestimmter Tumoren des Thymus sowie des malignen Pleuramesothelioms. Die Entscheidung für das Verfahren hängt unter anderem davon ab, ob der Tumor operativ ausreichend entfernt werden kann und ob eine HITOC im individuellen Behandlungskonzept sinnvoll ist.
Anders als eine systemische Chemotherapie über die Vene wird der Wirkstoff bei HITOC unmittelbar im Brustraum angewendet. Das Verfahren ist damit Bestandteil eines multimodalen Ansatzes, der je nach Erkrankung und Befund weitere Behandlungsformen einschließen kann. HITOC ergänzt die operative Tumorentfernung und ist nicht als eigenständige Behandlung zu verstehen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsoptionen
Der Aufklärungsbogen ordnet HITOC in die Behandlung von Tumoren des Thymus und des Brustfells ein. Er erläutert die Rolle des Verfahrens im Rahmen einer kombinierten Tumortherapie, Voraussetzungen für seine Durchführung und alternative Behandlungsansätze.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die präoperative Untersuchung, die Narkosevorbereitung, die Kreislaufüberwachung und operative Sicherheitsmaßnahmen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Tumorentfernung und der anschließenden hyperthermen Chemotherapiespülung des Brustkorbs. Er beschreibt die Spülung über Drainagen und Temperatursonden sowie die Zirkulation der erwärmten Lösung über ein Pumpensystem. Ergänzend behandelt er Maßnahmen zur Flüssigkeitsbilanzierung, Diureseförderung, zum Schutz der Nieren und zur Thromboseprophylaxe. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Anhaltendes pulmonales Luftleck (Bronchopleuralfistel), Verschlechterung der Nierenfunktion, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Alopezie, Knochenmarkssuppression.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung, den Umgang mit Thoraxdrainagen und deren Entfernung sowie Schmerztherapie, Atemtherapie und Physiotherapie. Weitere Themen sind Arbeitsunfähigkeit, Anschlussheilbehandlung, Nachsorge, eine mögliche adjuvante Chemotherapie und bildgebende Verlaufskontrollen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.