Was ist Keilexzision?
Bei einer Keilexzision wird ein umschriebener, keilförmiger Abschnitt des Lungengewebes entfernt. Der Eingriff zählt zu den atypischen Lungenresektionen: Anders als bei einer anatomischen Segment- oder Lappenresektion orientiert sich die Entfernung nicht an den natürlichen Gliederungen der Lunge. So lässt sich eine begrenzte Gewebeveränderung behandeln oder zur diagnostischen Abklärung gewinnen, während möglichst viel umliegendes Lungengewebe erhalten bleibt.
Zum Einsatz kommt das Verfahren unter anderem bei lokal begrenzten gutartigen oder bösartigen Befunden, Metastasen und Veränderungen, deren Ursache zunächst nicht eindeutig feststeht. Das entfernte Gewebe kann anschließend histologisch untersucht werden. Je nach Befund und Behandlungsziel kann die Keilexzision Teil eines therapeutischen oder diagnostischen Vorgehens sein; bei bestimmten Tumorerkrankungen kann zusätzlich eine Beurteilung regionaler Lymphknoten relevant werden.
Der Zugang erfolgt entweder minimal-invasiv über mehrere kleine Schnitte mit einer Kamera und geeigneten Instrumenten oder als offene Operation über einen größeren Zugang zum Brustkorb. Welche Methode infrage kommt, richtet sich unter anderem nach Lage und Beschaffenheit des Befunds sowie der individuellen klinischen Situation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Allgemeine Informationen
Der Aufklärungsbogen ordnet die Keilexzision anatomisch ein und erläutert mögliche Befunde und Erkrankungen, bei denen der Eingriff infrage kommt. Er behandelt außerdem die Untersuchung des entnommenen Gewebes, eine mögliche Lymphknotenentfernung und die Schnellschnittdiagnostik. Auch mögliche Behandlungsalternativen werden dargestellt.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere präoperative Untersuchungen, Narkoseplanung und die Erfassung relevanter Gesundheits- und Medikamentenangaben. Weitere Themen sind die stationäre Aufnahme, die Vorbereitung des Operationsgebiets sowie der Umgang mit Implantaten, Fremdmaterialien und gerinnungshemmenden Medikamenten.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den Narkosemöglichkeiten und den operativen Zugangswegen. Er beschreibt die offene Operation und die Schlüssellochmethode sowie die Entfernung des betroffenen Lungengewebes, mögliche Lymphknotenentfernung und Drainageanlage. Auch Überwachung, Beatmung und Gewebeuntersuchung werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Vorgehensweisen bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Eingriffsabbruch, Erweiterung des Hautschnitts, zusätzlicher Hautschnitt, Umstellung auf offene Operation, Erweiterung des Eingriffs oder der Resektion, Verletzung angrenzender Strukturen, Verwachsungen, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Druckgeschwüre, Haut- und Gewebeschäden, Narbenbildung, Gewebsnekrose, Rückenmarksarterienverletzung, Querschnittslähmung, Blutung, Hirn- oder Sehnervschädigung, Erblindung, transfusionsbedingte Infektionsübertragung, transfusionsassoziiertes Lungenödem, Lungenversagen, Nierenfunktionsverschlechterung, Immunreaktionen, Lymphgefäßverletzung und Lymphansammlung, Eingeweidenervverletzung, Herzrhythmusstörungen, Verdauungsstörungen, Stimmbandnervverletzung, Heiserkeit und Stimmenschwäche, Atem- und Schluckstörungen, Zwerchfellnervverletzung, Zwerchfellschwäche oder -lähmung, Husten, Zwerchfellzucken und Schluckauf, Horner-Syndrom, Luftembolie, Herzstillstand, Schlaganfall, Lungenembolie, Rippenfrakturen, allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschäden.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: subkutanes Emphysem, Luftleckage an der Lungennaht, Luftfistel, Lungenentzündung, Wundinfektion, Sepsis, verstärkte Narbenbildung, Wundheilungsstörung, Wundentzündung, Narbenbruch, Herzrhythmusstörungen, Bluterguss, Schmerzen, Abszess, Brustbeinentzündung, Knocheninfektion, gestörte knöcherne Heilung des Brustbeins, Brustwandinstabilität, Beeinträchtigung der Lungenfunktion, Mediastinitis, Entzündung im Pleuraspalt, Pleuraerguss, anhaltende neuropathische Schmerzen, Thrombose, Gefäßverschluss durch Embolie, Schlaganfall, Nierenversagen, Lungenembolie, anhaltende Schmerzen durch Osteosynthesematerial.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung, mögliche Atemunterstützung sowie die weitere Versorgung bis zur Entlassung. Er behandelt außerdem Wundheilung, Schmerztherapie, Nachkontrollen, Rehabilitation und unterstützende Maßnahmen. Weitere Themen sind die funktionelle Erholung der Lunge, Atemübungen und Physiotherapie sowie Aspekte der Nachsorge und mögliche Warnzeichen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.