Was ist Kielbrust-/Trichterbrustkorrektur?
Bei einer Trichterbrust ist das Brustbein nach innen verlagert, bei einer Kielbrust tritt es nach vorne hervor. Beide angeborenen Brustwandformen verändern die Kontur des Brustkorbs. Eine operative Korrektur kann erwogen werden, wenn die Fehlform mit erheblichen körperlichen Beschwerden oder einer starken psychischen Belastung verbunden ist. Die Entscheidung berücksichtigt unter anderem Ausprägung und individuelle Anatomie.
Für die Korrektur stehen unterschiedliche operative Ansätze zur Verfügung. Bei geeigneter Trichterbrust kann ein minimal-invasives Verfahren eingesetzt werden, bei dem ein stabilisierendes Element die Position des Brustbeins verändert. Offene Verfahren ermöglichen eine direkte Umformung und Stabilisierung des Brustbeins sowie angrenzender Strukturen. Welche Technik infrage kommt, richtet sich nach der jeweiligen Fehlform und ihren anatomischen Voraussetzungen.
Die Kielbrustkorrektur erfolgt in der Regel über einen offenen Zugang. Dabei werden die verformten Anteile der Brustwand neu ausgerichtet und stabilisiert. Ziel der Pectuskorrektur ist eine verbesserte Brustkorbform; das operative Vorgehen wird individuell festgelegt und im ärztlichen Aufklärungsgespräch erläutert.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Anatomie und Funktion des Brustkorbs sowie die beiden angeborenen Brustwanddeformitäten Trichterbrust und Kielbrust. Er behandelt Kriterien für die Operationsindikation einschließlich des Haller-Index, Aspekte der Operationsfähigkeit und alternative Behandlungsansätze.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die bildgebende und kardiopulmonale Diagnostik sowie die Erfassung von Allergien und Medikamenten. Weitere Themen sind die stationäre Aufnahme, die anästhesiologische Planung einschließlich eines möglichen Schmerzkatheters sowie Nüchternheit, Rauchen und entfernbare Gegenstände.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der minimal-invasiven Korrektur nach Nuss sowie offenen Korrekturverfahren. Er beschreibt außerdem die Allgemeinanästhesie, Überwachung, mögliche Einlungenventilation und die Stabilisierung des Brustkorbs mit Implantaten. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Postoperative Schmerzen, Änderung oder Erweiterung des operativen Zugangs, Pneumothorax, Pleuraerguss, Perikarditis, Perikarderguss, Pneumonie, Herzverletzung, Herzbeutelverletzung, Lungenverletzung, Verletzung großer Blutgefäße, Leberverletzung, Zwerchfellverletzung, Haut- und Weichteilschädigung, Nervenschädigung, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Blutung, Bluttransfusion, Transfusionsbedingte Infektionen, Immunreaktionen auf Fremdblut, Lungenödem und Lungenversagen, Nierenfunktionsstörung, Nachblutung, Verschiebung oder Kippen von Metallbügeln, Infektion von Metallbügeln, Drahtbruch, Lockerung von Schrauben, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Allergiebedingte Organ- und Nervenschäden, Atelektasen, Wundentzündung, Wundheilungsstörungen, Sepsis, Verstärkte Narbenbildung, Narbenbedingte Bewegungseinschränkung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Thrombose, Embolie, Durchblutungsstörungen und Schwellungen, Einschränkung der Herz-Druck-Massage durch Metallbügel, Unzureichendes oder übermäßiges Korrekturergebnis, Wiederauftreten der Brustwanddeformität.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den stationären Verlauf mit Mobilisation, Überwachung, Schmerztherapie und dem Umgang mit möglichen Drainagen. Er behandelt außerdem Wundkontrollen sowie die Entlassung und die anschließende Weiterbehandlung.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des Verhaltens nach der Entlassung, darunter Alltag und Beruf, Wundheilung, Bewegung, Atemtraining und körperliche Belastung. Weitere Inhalte sind Reisen, Nachsorge, ein möglicher späterer Eingriff zur Entfernung von Metallbügeln sowie Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.