Was ist Pleuroskopie?
Die Pleuroskopie, auch medizinische Thorakoskopie genannt, ist ein endoskopisches Verfahren zur Untersuchung des Pleuraspalts zwischen Lunge und Brustwand. Eine Kamera ermöglicht den direkten Blick auf die Pleura und angrenzende Strukturen. Das Verfahren kommt insbesondere zur Abklärung von Pleuraergüssen unklarer Ursache oder bei Verdacht auf eine Erkrankung des Brustfells zum Einsatz. Bei Bedarf lassen sich gezielt Gewebeproben für die weitere Diagnostik gewinnen.
Neben der diagnostischen Anwendung kann die Pleuroskopie auch therapeutische Ziele verfolgen. Dazu zählen die Entfernung von Flüssigkeit, das Lösen von Verwachsungen sowie Maßnahmen zur Vorbeugung erneuter Flüssigkeits- oder Luftansammlungen. Welche Schritte sinnvoll sind, richtet sich nach dem Befund und der klinischen Fragestellung.
Je nach Behandlungsziel und individueller Situation erfolgt der Zugang meist über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen. Die Untersuchung kann unter örtlicher Betäubung mit Sedierung oder in Vollnarkose stattfinden. Die Pleuroskopie ist von der videoassistierten thorakoskopischen Chirurgie abzugrenzen, die als operatives Verfahren häufig unter Vollnarkose durchgeführt wird.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Einsatzgebiete der Pleuroskopie
Der Aufklärungsbogen ordnet die Pleuroskopie anatomisch und klinisch ein. Er behandelt typische Einsatzgebiete, Beschwerden sowie diagnostische und therapeutische Ziele, einschließlich Gewebeentnahme, Pleurodese und alternativer Verfahren.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die stationäre Aufnahme, die Erfassung von Medikamenten und Unverträglichkeiten sowie die möglichen Narkoseformen. Weitere Themen sind Nüchternheit, Nikotinkonsum und die Vorbereitung des Operationsgebiets.
Ablauf der Pleuroskopie
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem ultraschallgestützten Zugang, der endoskopischen Untersuchung und den möglichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Dazu gehören die Entnahme von Gewebeproben, das Lösen von Verwachsungen, die Talkumpleurodese und die Anlage einer Thoraxdrainage. Er beschreibt außerdem die möglichen Narkoseformen. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Eingriffserweiterung und größerer operativer Zugang, Hautemphysem, Schulterschmerzen, Nervenverletzungen, Blutgefäßverletzungen, Verletzungen benachbarter Organe, Lungengewebeverletzung, Schmerzen am Zugang und durch die Drainage, Atemdepression, Hyperkapnie, Anhaltender Luftaustritt, Unvollständige Lungenentfaltung, Haut- und Weichteilschäden, Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungen, Blutungen, Größerer Blutverlust, Transfusionsbedingte Infektionen, Hepatitis, HIV-Übertragung, BSE-Übertragung, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktionen, Fieber, Reexpansionsödem, Atembeschwerden, Kreislaufveränderungen und Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Tumorzellimplantation im Zugangskanal, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Hirnschäden, Sehstörungen, Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen, Hypertrophe Narbenbildung, Hautverfärbungen, Narbenbeschwerden, Bewegungseinschränkung im Narbenbereich, Pleura- und Wundinfektionen, Eitrige Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb, Oberflächliche Blutergüsse, Sepsis, Ausbreitung einer Infektion im Brustkorb, Thrombose, Gefäßverschluss und Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und Betreuung, den Umgang mit der Drainage sowie deren Entfernung. Er behandelt außerdem Mobilisierung, Schmerztherapie, physiotherapeutische Unterstützung, Atemübungen, Wundkontrollen und die Entlassung.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter Reaktionsfähigkeit, häusliche Unterstützung, Atemübungen und Wundpflege. Er behandelt zudem die ambulante Lungenfunktionskontrolle, die Befundbesprechung und mögliche weitere Behandlungsschritte sowie Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.