Was ist Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts?
Bei der TIPS-Anlage schafft die interventionelle Radiologie eine künstliche Verbindung innerhalb der Leber zwischen dem Pfortadersystem und einer Lebervene. Ein Stent hält diesen Kanal offen. So kann ein Teil des Blutes an den Bereichen mit erhöhtem Strömungswiderstand vorbeigeleitet und der Druck im Pfortadersystem gesenkt werden.
Das Verfahren kommt bei Folgen eines erhöhten Pfortaderdrucks infrage, etwa bei Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre oder des Magens sowie bei anhaltender Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum. Die Anlage erfolgt üblicherweise über einen venösen Zugang am Hals und wird bildgebend gesteuert. Je nach klinischer Situation kann sie geplant oder dringlich vorgenommen werden. Auch die Ausführung des Shunts und seine Weite lassen sich an die Behandlungsziele anpassen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsalternativen
Der Aufklärungsbogen erläutert grundlegende Leberfunktionen und die Entstehung eines erhöhten Drucks im Pfortadersystem. Er ordnet die Indikationen für die TIPS-Anlage ein und gibt einen Überblick über alternative Behandlungsansätze.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere die Erhebung von Vorbefunden und der Medikamentenanamnese, Labor- und bildgebende Untersuchungen sowie die kardiologische Abklärung. Weitere Themen sind Anästhesie, stationärer Aufenthalt, Nüchternheit, Rauchen und E-Zigaretten sowie der Umgang mit Haaren, Fremdmaterialien und Kosmetika.
Ablauf der TIPS-Anlage
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem transjugulären Gefäßzugang und der Anlage des Shunts. Er beschreibt den Einsatz von Katheter, Ballon und Stent sowie die Lagekontrolle mittels Ultraschall oder Röntgen und die mögliche Kontrastmittelgabe. Auch die Versorgung von Varizen im selben Eingriff wird thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, Hämatom, Gefäßverletzung, Verletzung benachbarter Organe, Infektionsübertragung durch Transfusion, hepatische Enzephalopathie, Herzinsuffizienz, Stentstenose oder Stentverschluss, erneuter Pfortaderhochdruck, Wundheilungsstörung, Wundinfektion, Sepsis, Thrombose, Gefäßverschluss durch Embolie, Durchblutungsstörung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie, allergische Reaktion oder Unverträglichkeit, Atemnot, Krampfanfall, Tachykardie, Kreislaufschock, vorübergehende oder bleibende Organschädigung, Hirnschädigung, Sehstörung, Nervenschädigung, Lähmung, Nierenfunktionsstörung oder Nierenversagen, kontrastmittelbedingte Schilddrüsenüberfunktion, Strahlenexposition, Strahlenrisiko für das ungeborene Kind.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Erholung nach dem Eingriff sowie die weitere Versorgung auf der Station. Zudem behandelt er die Medikamenteneinnahme, Entlassungsunterlagen, die mögliche Dauer einer Arbeitsunfähigkeit und ärztliche Kontrolluntersuchungen.
Verhalten nach der Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen für die Zeit nach der Entlassung, darunter Verkehrstüchtigkeit, Wundversorgung und den Implantatausweis. Auch Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung vorgesehen ist, werden behandelt.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.