Was ist Nephrostomie?
Eine Nephrostomie, auch Nierenfistel oder Nierenableitung genannt, ist ein Verfahren zur Ableitung von Urin direkt aus dem Nierenbecken. Dabei wird ein Katheter durch die Haut bis in das Hohlsystem der Niere eingebracht und nach außen geführt. Der Urin kann so in einen Auffangbeutel abfließen, statt den üblichen Weg über Harnleiter und Blase zu nehmen.
Zum Einsatz kommt die Ableitung insbesondere, wenn der Urinabfluss behindert ist und die betroffene Niere entlastet werden soll. Sie kann auch erforderlich sein, wenn eine Ableitung im Rahmen der Behandlung einer zugrunde liegenden Erkrankung benötigt wird. Die Nephrostomie dient dabei der Sicherung des Urinabflusses; über die weitere Behandlung wird abhängig von der Ursache entschieden.
Die Anlage kann einseitig oder beidseitig erfolgen. Neben der erstmaligen Einlage umfasst das Verfahren auch den Austausch eines bereits liegenden Katheters. Die Nephrostomie wird häufig unter bildgebender Kontrolle durchgeführt und gehört zum interventionell-radiologischen Spektrum.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Behandlungsalternativen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Aufgaben der Nieren und mögliche Gründe für eine gestörte Harnableitung. Er stellt die Entlastung der Niere durch einen Nierenkatheter sowie die Möglichkeit eines Katheterwechsels dar und ordnet alternative Behandlungsansätze ein.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere relevante Vorbefunde, Medikamente und Unverträglichkeiten sowie Labor-, Urin- und Bildgebungsuntersuchungen. Weitere Themen sind der ambulante oder stationäre Rahmen, Betäubungsverfahren und allgemeine Aspekte der Vorbereitung.
Ablauf der Nephrostomie
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der Neuanlage oder dem Wechsel eines Nierenkatheters sowie örtlicher Betäubung oder Dämmerschlaf. Er beschreibt die bildgebende Kontrolle mittels Ultraschall und/oder Röntgen, gegebenenfalls mit Kontrastmittel, sowie die Einlage und Sicherung des Katheters. Auch Überwachung, venöser Zugang und mögliche Antibiotikagabe werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Komplikationen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Blutung, Hämatom, Hämaturie, transfusionsassoziierte Infektionsübertragung, Urinleckage mit Ansammlung im Bauchraum, Katheterdislokation, Katheterverlust, Katheterverschluss, Verletzung von Nachbarorganen, Wundheilungsstörung, Wundinfektion, Sepsis, Thrombose, Thromboembolie, Durchblutungsstörung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie, allergische Reaktion und Unverträglichkeit, Anaphylaxie und Kreislaufschock, vorübergehende oder bleibende Organschädigung, Hirnschädigung, Sehstörung, Nervenschädigung und Lähmung, Nierenfunktionsstörung bis hin zum Nierenversagen, kontrastmittelbedingte Schilddrüsenüberfunktion, Verschlechterung einer bestehenden Nierenfunktionsstörung, Strahlenbelastung, Strahlenrisiko für das ungeborene Kind.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Erholung nach dem Eingriff sowie den möglichen weiteren stationären oder ambulanten Verlauf. Er behandelt außerdem Entlassungsunterlagen, Nachkontrollen und die Planung eines späteren Katheterwechsels oder der Entfernung.
Verhalten nach Entlassung
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen der Versorgung nach der Entlassung, darunter den Umgang mit Auffangbeutel und Verband sowie Körperpflege und körperliche Aktivität. Er behandelt auch Trinkmenge, Urinbeobachtung und Beschwerden, bei denen eine ärztliche Abklärung vorgesehen ist.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.