Was ist Wächterlymphknoten-Szintigrafie?
Die Wächterlymphknoten-Szintigrafie, auch Sentinel-Lymphknoten-Szintigrafie genannt, ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung des Lymphabflusses aus einem Tumorareal. Als Wächterlymphknoten gilt der erste Lymphknoten, der die abfließende Lymphe aus diesem Gebiet aufnimmt. Die Untersuchung dient dazu, diesen Knoten für die weitere diagnostische oder operative Planung zu lokalisieren.
Zum Einsatz kommt das Verfahren bei verschiedenen Tumorerkrankungen, wenn die Lymphknoten in der Abflussregion beurteilt oder gezielt aufgesucht werden sollen. Dazu zählen unter anderem Brust-, Kopf-Hals-, Prostata-, Vulva- und Penistumoren. Die konkrete Anwendung richtet sich nach Tumorart und anatomischer Lage.
Für die Bildgebung wird ein radioaktiv markierter Tracer in Tumornähe oder im Bereich einer Operationsnarbe eingebracht. Er folgt dem Lymphabfluss und ermöglicht es einer Gammakamera, die beteiligten Lymphknoten abzubilden. Je nach Fragestellung können planare Aufnahmen durch eine dreidimensionale Bildgebung ergänzt werden, die eine genauere räumliche Zuordnung unterstützt. Die Szintigrafie lokalisiert den Knoten; ob Tumorzellen darin vorhanden sind, wird durch die Untersuchung des entnommenen Gewebes geklärt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Bedeutung der Wächterlymphknoten für die Beurteilung einer möglichen lymphogenen Tumorausbreitung und ordnet die Szintigrafie als Verfahren zu ihrer Lokalisation ein. Er grenzt die bildgebende Darstellung von der späteren Gewebeuntersuchung ab und behandelt alternative Verfahren sowie weitere Möglichkeiten zur Beurteilung der Lymphknoten.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Untersuchung, insbesondere den Umgang mit Vorbefunden und früherer Bildgebung, die Erfassung von Allergien und Unverträglichkeiten sowie Themen wie Medikamenteneinnahme, Nüchternheit und Kleidung. Auch die ambulante Durchführung wird eingeordnet.
Ablauf der Untersuchung
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Untersuchung mit Schwerpunkt auf der Tracerinjektion, der szintigrafischen Darstellung des Lymphabflusses und der Lokalisation des Wächterlymphknotens. Er beschreibt serielle Aufnahmen sowie eine mögliche ergänzende dreidimensionale Hybridbildgebung und die Hautmarkierung als Orientierung für den operativen Eingriff. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Untersuchungsschritte vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Hämatom, Schwellung, Hautschädigung, Weichteilschädigung, Nervenschädigung, Sensibilitätsstörung, Taubheitsgefühl, Lähmung, Schmerzen, Narbenbildung, Infektion, Abszess, Entzündung, Gewebeschädigung, Sepsis, allergische Reaktion, Hautausschlag, Pruritus, Übelkeit, Husten, Atemnot, Krämpfe, Tachykardie, Kreislaufschock, Organschädigung, dialysepflichtiges Nierenversagen, Strahlenexposition.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf und behandelt dabei die Fahrtauglichkeit, die Arbeitsfähigkeit und die körperliche Aktivität. Weitere Themen sind Beschwerden nach der Untersuchung, der Umgang mit Hautmarkierungen, die Elimination des Tracers, Strahlenschutz im sozialen Umfeld und die Bedeutung der Untersuchung für spätere nuklearmedizinische Maßnahmen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.