Was ist Brachytherapie Prostatakarzinom?
Die Brachytherapie, auch interstitielle Strahlentherapie genannt, ist eine Form der lokalen Behandlung von Prostatakrebs. Dabei wird eine Strahlenquelle in das Prostatagewebe eingebracht, sodass die Strahlung gezielt im Behandlungsgebiet wirkt. Das Verfahren kommt vor allem bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit auf die Prostata begrenztem Tumor infrage. Ob es allein oder zusammen mit weiteren Behandlungen eingesetzt wird, richtet sich nach der individuellen Erkrankungssituation.
Grundsätzlich werden zwei Varianten unterschieden. Bei der LDR-Brachytherapie geben dauerhaft im Gewebe verbleibende Strahlenquellen über längere Zeit eine vergleichsweise niedrige Strahlendosis ab. Bei der HDR-Brachytherapie wird eine stärker strahlende Quelle vorübergehend zur Bestrahlung verwendet und anschließend wieder entfernt. Die Wahl des Verfahrens hängt unter anderem von den medizinischen Voraussetzungen und dem Behandlungsplan ab. Die Brachytherapie ist eine von mehreren möglichen Therapieoptionen; die individuelle Einordnung erfolgt im ärztlichen Gespräch.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen und Therapieoptionen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Grundlagen zu Prostata, PSA-Wert und Gleason-Score sowie die Einordnung des Prostatakarzinoms. Er behandelt die Voraussetzungen für eine Brachytherapie, ihre beiden Varianten und weitere Therapieoptionen einschließlich möglicher Kombinationen.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Nüchternheit, Fremdmaterialien und Kosmetika sowie die organisatorische Vorbereitung auf eine ambulante oder stationäre Versorgung. Zudem behandelt er die Zusammenstellung medizinischer Vorinformationen, Medikationsangaben, Allergien und Unverträglichkeiten sowie den Impfstatus.
Ablauf und Verfahren
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf LDR- und HDR-Brachytherapie sowie der bildgestützten Platzierung über einen transperinealen Nadelzugang. Er beschreibt die Seed-Implantation bei der LDR-Variante und das Afterloading-Verfahren bei der HDR-Variante. Auch Spinalanästhesie und Vollnarkose sowie begleitende Maßnahmen wie Ultraschallplanung, Blasenkatheter und Überwachung werden behandelt. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Verletzungen angrenzender Strukturen, Druckgeschwüre, Haut- und Gewebeschäden, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krämpfe, Tachykardie, Kreislaufschock, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Blutungen, Nichtdurchführbarkeit des geplanten Verfahrens, Eingriffsabbruch, Wiederholungseingriff, Verfahrenswechsel.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schmerzen, Hämaturie, Hämatospermie, Flüssigkeitsansammlungen, Schwellungen, Entzündungen, Infektionen, Sepsis, Thrombose, Embolie, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Seedmigration, Reizung der Harnröhre, Reizung der Blase, Reizung des Darms, Vermehrter Harndrang, Abgeschwächter Harnstrahl, Veränderungen der Stuhlfrequenz, Harninkontinenz, Erektionsstörung.
Weiterer Verlauf und Nachsorge
Der Aufklärungsbogen erläutert die postoperative Überwachung und Entlassung sowie Themen der Betreuung, Reaktionsfähigkeit und Verkehrsteilnahme. Er behandelt außerdem Schmerzmittel, körperliche Aktivität, Körperpflege und Strahlenschutz bei der LDR-Brachytherapie. Zur Verlaufskontrolle werden CT-Untersuchungen und PSA-Kontrollen thematisiert.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.