Was ist Instillationstherapie?
Bei einer intravesikalen Instillation wird ein Arzneimittel mithilfe eines Katheters in die Harnblase eingebracht. Die Behandlung richtet sich an die Blasenschleimhaut und kommt insbesondere nach der endoskopischen Entfernung eines oberflächlichen Blasentumors zum Einsatz. Sie soll dazu beitragen, das Risiko eines erneuten Tumorwachstums zu senken. Die Therapie ist Teil eines urologischen Gesamtkonzepts; ihre Ausgestaltung orientiert sich an den Tumormerkmalen und der individuellen klinischen Situation.
Für die Instillation stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Dazu gehören intravesikale Chemotherapeutika wie Mitomycin C, die auf die Zellvermehrung wirken, sowie BCG, ein immunologisch wirksames Präparat, das eine lokale Abwehrreaktion in der Blase anregt. Welcher Wirkstoff und welches Behandlungsschema infrage kommen, wird anhand der jeweiligen Befunde festgelegt. Die Therapie kann mehrere Anwendungen umfassen. Im Unterschied zur systemischen Arzneimittelgabe wird das Medikament bei diesem Verfahren gezielt in die Harnblase eingebracht.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen der Instillationstherapie
Der Aufklärungsbogen behandelt die Funktion der Harnblase und ordnet die Instillationstherapie nach einer Tumorentfernung ein. Er stellt BCG und Mitomycin C als mögliche Wirkstoffe und ihre unterschiedlichen Wirkprinzipien vor. Außerdem umfasst das Kapitel die Therapieplanung, mögliche Behandlungsalternativen und die Folgen einer Ablehnung.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere relevante Vorerkrankungen und Gesundheitsangaben, Voruntersuchungen sowie Aspekte der körperlichen Vorbereitung. Er thematisiert außerdem Schwangerschaft und Stillzeit, Infektionen, Medikamente, Allergien und Unverträglichkeiten.
Ablauf der Instillationstherapie
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf der transurethralen Katheterisierung und der intravesikalen Medikamentengabe. Er beschreibt die Lagerung, die Desinfektion und die örtliche Betäubung der Harnröhre sowie die Entleerung der Blase und die Entfernung des Katheters. So kennen Patientinnen und Patienten den Ablauf bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: therapeutische Zystitis, Pollakisurie, Dysurie, Hämaturie, Fieber, grippeähnliche Symptome, Schüttelfrost, allergisches Exanthem, Dermatitis, palmar-plantare Erytheme, Pruritus, generalisiertes Exanthem, allergische Zystitis, Blasenfibrose, Schrumpfblase, verminderte Blasenkapazität, Harnröhrenstriktur, schwere Zystitis, Blasennekrose, rezidivierende Harnwegsinfektionen, allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Dyspnoe, Krampfanfälle, Tachykardie, Kreislaufschock, Hirnschädigung, Sehstörungen, periphere Nervenschädigung, Lähmungen, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Harnröhrenverletzung, Blasenverletzung, Nervenverletzung, Gefäßverletzung, Lymphgefäßverletzung, erneuter Eingriff, Blutverlust, transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Immunreaktionen, Entzündung der Samenleiter, Orchitis, Nebenhodenentzündung, Unfruchtbarkeit, Balanitis, Tumorrezidiv, Suppression der ovariellen Hormonproduktion, vorzeitige Menopause, Becken- und Bauchschmerzen, Blasenruptur, Abszessbildung, Nekrose umliegenden Gewebes, Fistelbildung, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Alopezie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Harnverhalt, Harnstauung, Prostatitis, erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, Vaginalschmerzen, Dyspareunie, systemische BCG-Infektion, Sepsis, bleibende Organschäden, Arthralgie, Arthritis, Pneumonitis, pulmonale Granulome, Husten, Hämoptyse, Hepatitis, Hypotonie, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Synkope, Kältegefühl, Anämie, Gefäßinfektionen, Nierenabszess, überschießende Immunreaktion, Lidödeme, Augenentzündung, Peritonitis, Lymphadenitis, Osteitis, Osteomyelitis, Gefäßfisteln, Darmfisteln, retroperitoneale Abszesse, Implantatinfektionen, Tuberkulose, Reaktivierung einer Tuberkulose, anhaltender Nachweis von BCG-Bakterien in den Harnwegen.
Verhalten während der Therapie
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten während der Behandlung und im weiteren Therapieverlauf. Dazu zählen der Umgang mit Urin, Hygiene, körperliche Aktivität, Fahrtüchtigkeit, Verhütung und Sexualität sowie der Umgang mit Impfungen und Beschwerden. Zudem behandelt er unterstützende Angebote, Kontrolluntersuchungen und den Kontakt zu immungeschwächten Personen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.