Was ist PNL/PCNL?
Die perkutane Nephrolitholapaxie beziehungsweise perkutane Nephrolithotomie ist ein endourologisches Verfahren zur Entfernung von Harnsteinen aus der Niere. PNL und PCNL bezeichnen im klinischen Sprachgebrauch im Wesentlichen dieselbe Behandlung. Sie kommt insbesondere bei größeren oder komplexen Nierensteinen infrage, wenn andere Verfahren zur Steintherapie nicht geeignet sind oder voraussichtlich nicht ausreichen.
Bei der Behandlung wird ein Zugang durch die Haut bis zum Nierenhohlsystem geschaffen. Über diesen können Ärztinnen und Ärzte ein optisches Instrument einführen, die Steine beurteilen und sie entfernen. Je nach Größe und Beschaffenheit des Konkrements erfolgt die Bergung im Ganzen oder nach vorheriger Zerlegung mit geeigneten Energieinstrumenten.
Die konkrete Ausführung richtet sich unter anderem nach Lage und Ausdehnung der Steine sowie den anatomischen Gegebenheiten. Unterschiede können die Lagerung während des Eingriffs, die Wahl des Zugangswegs und die eingesetzte Technik zur Steinzerkleinerung betreffen.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen zu Nieren und Harnsteinen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Funktion der Nieren und des Harntrakts sowie die Entstehung von Harnsteinen und begünstigende Faktoren. Er ordnet den Eingriff in den Behandlungskontext ein und stellt alternative Verfahren sowie die möglichen Folgen eines Verzichts dar.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen, den Umgang mit einer bestehenden Harnwegsinfektion, Nüchternheit, mögliche Röntgenuntersuchungen und die Anästhesie. Weitere Themen sind die stationäre Versorgung, Körperpflege, Medikamente, Fremdmaterialien, Vorbefunde und die Erfassung des Gesundheitszustands.
Ablauf der perkutanen Nephrolitholapaxie
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem perkutanen Zugang zur Niere und der endoskopischen Steinentfernung. Er beschreibt die bildgebende Kontrolle, die mögliche Fragmentierung der Steine mit unterschiedlichen Instrumenten und den Einsatz möglicher Drainagen und Katheter. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Eingriffsabbruch, Eingriffserweiterung, Harnröhrenerweiterung, Umstellung auf eine offene Operation, Verletzungen benachbarter Strukturen, Verwachsungen, Taubheitsgefühle der Haut, Lungenverletzung, Pneumothorax, Haut- und Gewebeschäden, Narbenbildung, Druckulzera, Blutungen, Organschäden infolge hohen Blutverlusts, Transfusionsbedarf, Transfusionsbedingte Infektionen, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktionen, Kreislaufbelastung durch Spülflüssigkeit, Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten, Anaphylaktischer Schock, Organschäden infolge allergischer Reaktionen, Kontrastmittelbedingte Nierenfunktionsverschlechterung, Übersäuerung bei Metformin-Einnahme, Schilddrüsenüberfunktion durch Kontrastmittel, Mehrzeitige Eingriffe.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Schmerzen, Druckgefühl, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Abszesse, Verstärkte Narbenbildung, Taubheitsgefühl im Narbenbereich, Harnfistel, Blutbeimengungen im Urin, Harnstau, Urinansammlung im Nierenumfeld, Hämatome, Nierenentzündung, Nierenfunktionsverlust, Nephrektomie, Dialysepflichtigkeit, Darmverletzung, Bauchhöhlenentzündung, Thrombose, Embolie, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Harnwegsinfektion, Sepsis.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Nachsorge nach dem Eingriff sowie mögliche bildgebende und laborbasierte Kontrollen. Er behandelt den Umgang mit gegebenenfalls eingelegten Schienen und Kathetern, die Entlassung, die Weiterbehandlung und Nachkontrollen. Auch verbliebene Steinfragmente und die Möglichkeit eines weiteren Eingriffs werden thematisiert.
Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen des Verhaltens nach dem Eingriff, darunter die Nachsorge bei ambulanter Narkose, Flüssigkeitszufuhr sowie Wund- und Körperpflege. Weitere Inhalte sind Maßnahmen zur Harnsteinprävention und Beschwerden beziehungsweise Wundveränderungen, bei denen eine ärztliche Kontaktaufnahme relevant ist.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.