Was ist Prostatabiopsie?
Eine Prostatabiopsie ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem kleine Gewebeproben aus der Prostata gewonnen und anschließend feingeweblich untersucht werden. Sie kommt zum Einsatz, wenn Untersuchungsergebnisse einen auffälligen Befund ergeben und dessen Ursache geklärt werden soll. Die mikroskopische Beurteilung unterstützt insbesondere die Abklärung, ob krankhafte Zellveränderungen vorliegen.
Bei der verbreiteten Stanzbiopsie entnimmt eine Hohlnadel zylindrische Gewebeproben. Der Zugang kann über den Enddarm oder durch den Damm erfolgen. Eine Ultraschallsonde ermöglicht die bildgestützte Orientierung; vorhandene MRT-Aufnahmen können ergänzend zur gezielten Probenentnahme herangezogen werden.
Als weitere Variante gibt es die Feinnadelbiopsie, bei der einzelne Zellen mit einer dünnen Nadel gewonnen werden. Da hierbei weniger zusammenhängendes Gewebe zur Beurteilung zur Verfügung steht, wird sie für diese Fragestellung heute deutlich seltener eingesetzt. Welche Methode und welcher Zugangsweg infrage kommen, richtet sich nach dem individuellen Befund und der ärztlichen Einschätzung.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Lage und Funktion der Prostata sowie den Anlass und das diagnostische Ziel der Gewebeentnahme. Er stellt die Stanzbiopsie und die Feinnadelbiopsie als Verfahren zur Probengewinnung vor.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Darmentleerung, Anästhesieverfahren, Körperhygiene und die Erfassung von Vorbefunden sowie gesundheitlichen Angaben. Weitere Themen sind Infektionsprophylaxe, MRT-Ultraschall-Fusionsbildgebung und die Organisation einer ambulanten oder stationären Durchführung.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf den transrektalen und transperinealen Zugangswegen sowie der ultraschallgestützten Gewebeentnahme. Er beschreibt die möglichen Anästhesieverfahren und die ergänzende Nutzung von MRT-Aufnahmen zur Bildführung. Auch die Laboruntersuchung der entnommenen Proben und die Aufwachphase werden thematisiert. So kennen Patientinnen und Patienten die möglichen Verfahren bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Vorübergehende oder bleibende Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Lähmungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Spritzenabszess, Hautschäden, Weichteilschäden, Nervenreizungen, Venenreizungen, Gewebsnekrose, Taubheitsgefühle, Narben, Missempfindungen, Verletzungen benachbarter Organe und Strukturen, Infektionen, Verlust des betroffenen Organs, Blutungen, Größerer Blutverlust, Hepatitisinfektionen, HIV-Übertragung, BSE-Übertragung, Übertragung anderer Erreger, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktionen.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Beschwerden im Dammbereich, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzhafter Stuhlgang, Harnwegsinfektionen, Prostataentzündung, Eiteransammlungen, Ausbreitung von Erregern, Blutvergiftung, Blut im Urin, Blutungen aus dem After, Blutige Samenflüssigkeit, Ausbreitung von Krebszellen, Probleme beim Wasserlassen, Erektionsstörungen, Blutungen bei Blasenkathetereinlage, Harnwegsverletzungen bei Blasenkathetereinlage, Nebenhodenentzündung, Unfruchtbarkeit, Harnröhrenengstellen, Harnröhrennarben.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Betreuung nach dem Eingriff sowie den weiteren Verlauf bis zur Entlassung. Er behandelt außerdem Schmerzbehandlung und Aspekte der beruflichen und körperlichen Belastbarkeit.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten nach dem Eingriff, darunter Verkehrsteilnahme, körperliche Schonung und Körperpflege. Er behandelt außerdem den Umgang mit dem Ergebnis der Gewebeprobe, die Nachsorge und die Kontaktaufnahme mit der behandelnden Stelle.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.