Was ist TUR-B?
Die TUR-B (transurethrale Resektion der Harnblase) ist ein endoskopisches Verfahren, bei dem Ärztinnen und Ärzte durch die Harnröhre Zugang zur Blase erhalten. Dabei wird auffälliges Gewebe abgetragen und für die feingewebliche Untersuchung gewonnen. Das Ergebnis kann zur diagnostischen Einordnung beitragen und die weitere Behandlungsplanung unterstützen.
Das Verfahren kommt insbesondere bei verdächtigen Veränderungen der Blasenschleimhaut und bei Blasentumoren zum Einsatz. Je nach Befund kann die Resektion der Entfernung sichtbarer Tumoranteile dienen oder der Gewinnung von Gewebeproben. Auch bei Blutungen aus der Blase kann eine TUR-B zur Behandlung eingesetzt werden. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann der Eingriff zudem der Linderung lokaler Beschwerden dienen.
Die Gewebeentfernung erfolgt üblicherweise mit einem endoskopischen Resektionsinstrument. Tumorgewebe kann schichtweise oder, wenn Lage und Größe es erlauben, als zusammenhängendes Präparat entfernt werden. Zur besseren Erkennung bestimmter Veränderungen kann die Untersuchung in ausgewählten Fällen durch fluoreszenzgestützte Bildgebung ergänzt werden.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen zur TUR-B
Der Aufklärungsbogen ordnet die TUR-B in die Anatomie und Funktion des unteren Harntrakts ein und erläutert ihre Einsatzbereiche bei Blasenschleimhautveränderungen, Tumoren und Blutungen. Er behandelt außerdem die symptomlindernde Zielsetzung bei großen Tumoren sowie alternative Untersuchungs- und Behandlungsoptionen und die möglichen Folgen eines Verzichts auf den Eingriff.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen, den Umgang mit einer Harnwegsinfektion, Körperhygiene, Nüchternheit und den stationären Aufenthalt. Weitere Themen sind Medikamente, mitzubringende Gesundheitsinformationen, mögliche Farbstoffanwendung sowie Narkose und Betäubung.
Ablauf der TUR-B
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem transurethralen Zugang, der endoskopischen Gewebeabtragung und der Untersuchung der entnommenen Proben. Er beschreibt außerdem die Blutstillung, den Blasenkatheter und die Blasenspülung sowie die Möglichkeiten der Narkose oder Betäubung und einer Farbstoffanwendung. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken während des Eingriffs
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: ungeplante Eingriffserweiterung oder Umstellung auf eine offene Operation, Verletzung des Penisschwellkörpers, Penisverkrümmung, Beeinträchtigung des Harnleiterabflusses, Nierenschädigung durch Abflussstörung, Nervenverletzung, Verletzung von Blut- und Lymphgefäßen, Druckgeschwür, thermische Gewebeschädigung, Blutung, größerer Blutverlust, Bluttransfusion, transfusionsbedingte Infektionsübertragung, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktion, Verletzung benachbarter Organe, Entzündung nach Organverletzung, Folgeeingriff, Anlage eines künstlichen Darmausgangs, Anlage eines künstlichen Blasenschließmuskels, Ableitung des Urins aus der Niere, allergische Reaktion, Unverträglichkeit, Atemnot, Krämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschädigung, Hirnschädigung, Sehstörung, Nervenschädigung mit Lähmung, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Übertritt von Spülflüssigkeit in den Blutkreislauf, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, intensivmedizinische Behandlungsbedürftigkeit, Blasenperforation, Verschleppung von Tumorzellen in den Bauchraum.
Risiken nach dem Eingriff
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Unterbauchschmerzen, Druckgefühl im Unterbauch, Entzündung, Nebenhodenentzündung, Unfruchtbarkeit, Blasenkrämpfe, Urinverlust neben dem Katheter, vorübergehende Blasenschwäche, dauerhafte Blasenschwäche, narbige Harnleiterverengung, retrograde Ejakulation, vermindertes Blasenfassungsvermögen, Druckgefühl oder Schmerzen nach dem Wasserlassen bei Harnleiterschiene, Schmerzen an der Penisspitze, Blutgerinnsel, Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel, Durchblutungsstörung, Schwellung, Schlaganfall, dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie, Harnwegsinfektion, Blutvergiftung, Entfernung der Niere.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert die Überwachung und Betreuung nach dem Eingriff sowie den weiteren Aufenthalt, die Schmerztherapie und mögliche medikamentöse Maßnahmen. Er behandelt außerdem Katheter- und Schienenentfernung, Weiterbehandlung, Arbeitsunfähigkeit und die Bedeutung des Befunds für Kontrollen und zusätzliche Therapien.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Verhaltenshinweise für die Zeit nach dem Eingriff. Dazu gehören Themen rund um Narkose, Betreuung, Katheterversorgung, körperliche Belastung, Flüssigkeitszufuhr, Alltagsaktivitäten und die Kontaktaufnahme bei Beschwerden.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.