Was ist Wasserdampftherapie/Rezum?
Die Wasserdampftherapie, auch Rezum-Therapie oder Wasserdampfablation der Prostata genannt, ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung. Sie kommt insbesondere infrage, wenn vergrößertes Prostatagewebe den Harnabfluss beeinträchtigt und dadurch Beschwerden beim Wasserlassen entstehen.
Bei der Behandlung wird Wärmeenergie gezielt in ausgewählte Bereiche der Prostata eingebracht. Das behandelte Gewebe bildet sich im anschließenden Heilungsverlauf zurück, wodurch die Einengung der Harnröhre vermindert werden kann. Der Zugang erfolgt endoskopisch über die Harnröhre.
Die Behandlung lässt sich an die Form und Ausdehnung der Prostatavergrößerung anpassen. Je nach anatomischem Befund können unterschiedliche Bereiche der Prostata einbezogen werden. Die Wasserdampftherapie ist eine von mehreren interventionellen Möglichkeiten bei gutartiger Prostatavergrößerung; die Auswahl des Verfahrens richtet sich nach dem individuellen Befund und der klinischen Situation.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlagen der gutartigen Prostatavergrößerung und Behandlung
Der Aufklärungsbogen ordnet die Funktion von Prostata und Harnblase ein und beschreibt die gutartige Prostatavergrößerung sowie die damit verbundenen Beschwerdegruppen. Er behandelt die Indikation zur Wasserdampftherapie, stellt alternative Behandlungsansätze vor und erläutert die Einordnung des Verfahrens.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für den Eingriff, insbesondere Voruntersuchungen, den Umgang mit einer Harnwegsinfektion, mögliche Versorgungsformen und Anästhesieverfahren. Weitere Themen sind Nüchternheit, Körperhygiene, die Medikamenteneinnahme sowie relevante Unterlagen und Gesundheitsinformationen.
Ablauf der Wasserdampftherapie
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf des Eingriffs mit Schwerpunkt auf dem transurethralen Zugang und der Wasserdampfinjektion in das Prostatagewebe. Er beschreibt außerdem die mögliche lokale Betäubung der Prostata unter Ultraschallkontrolle sowie den Einsatz eines Blasenkatheters und einer Blasenspülung. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Verfahrensschritte bereits vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Intraoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Änderung oder Erweiterung des Eingriffs, Notwendige Harnröhrenerweiterung, Umstellung auf eine offene Operation, Nervenverletzung, Blutgefäßverletzung, Lymphgefäßverletzung, Druckulzera, Thermische, elektrische oder injektionsbedingte Gewebeschädigung, Taubheitsgefühle, Narbenbildung, Missempfindungen, Blutung, Erheblicher Blutverlust, Transfusionsbedingte Infektionsübertragung, Lungenödem, Lungenversagen, Verschlechterung der Nierenfunktion, Immunreaktionen, Aufnahme von Spülflüssigkeit in den Blutkreislauf, Verletzung benachbarter Organe, Entzündungen nach Organverletzungen, Erneute Operation, Künstlicher Darmausgang, Künstlicher Blasenschließmuskel, Harnableitung aus der Niere, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrasen, Kreislaufschock, Organschäden, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden mit möglichen Lähmungen, Nierenfunktionsstörungen und Nierenversagen, Blasenperforation.
Postoperative Risiken
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Unterbauchschmerzen und Druckgefühl, Harnwegsinfektion, Blutvergiftung, Nebenhodenentzündung, Unfruchtbarkeit, Katheterbedingte Schmerzen an der Penisspitze, Blasenkrämpfe, Urinverlust neben dem Katheter, Vorübergehende Blasenschwäche, Anhaltende Harninkontinenz, Veränderung der Erektionsfähigkeit, Verändertes Gefühlsempfinden, Retrograde Ejakulation, Blutgerinnsel, Gefäßverschluss durch verschlepptes Blutgerinnsel, Durchblutungsstörungen und Schwellungen, Schlaganfall, Dialysepflichtiges Nierenversagen, Lungenembolie.
Weiterer Verlauf
Der Aufklärungsbogen erläutert den weiteren Verlauf mit Themen wie Katheterentfernung, möglichen Beschwerden danach und der medikamentösen Weiterbehandlung. Er behandelt außerdem Arbeitsunfähigkeit, Erholung, mögliche erneute Behandlungen, Überwachung und Entlassung sowie die weitere Prostatakrebsvorsorge.
Wichtige Verhaltenshinweise
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen zum Verhalten nach dem Eingriff, darunter Schonung, körperliche Belastung, Flüssigkeitszufuhr und Hygiene bei einem Katheter. Weitere Inhalte betreffen den Umgang mit Alltagsaktivitäten, Geschlechtsverkehr und Situationen, in denen eine Kontaktaufnahme mit dem Behandlungsteam relevant ist.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.