Was ist Zytostatische Chemotherapie?
Die zytostatische Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen. Dabei kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die in Prozesse der Zellteilung und Zellvermehrung eingreifen. Ziel ist, Tumorzellen zu schädigen oder ihre Ausbreitung zu bremsen. Da diese Wirkstoffe im Körper verteilt werden, können sie auch Krebszellen außerhalb des ursprünglichen Tumorherds erreichen. Ob eine Chemotherapie geeignet ist, richtet sich unter anderem nach der Tumorart und dem Behandlungsziel.
Die Therapie kann vor einer Operation oder Bestrahlung, im Anschluss daran oder bei fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt werden. Je nach Situation wird sie allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsverfahren geplant. Die Medikamente können einzeln oder als Wirkstoffkombination verabreicht werden, beispielsweise als Infusion oder in Tablettenform. Häufig erfolgt die Behandlung in wiederkehrenden Therapieabschnitten mit jeweils vorgesehenen Erholungsphasen. Wirkstoffauswahl und Behandlungsplan werden auf die individuelle Erkrankung abgestimmt.
Aufbau
Was der Aufklärungsbogen behandelt
Grundlegende Informationen
Der Aufklärungsbogen erläutert die Grundlagen der zytostatischen Behandlung, das Wirkprinzip der eingesetzten Medikamente und mögliche Therapieziele. Er ordnet die Chemotherapie in das Spektrum onkologischer Behandlungsoptionen ein und beschreibt die Bedeutung kombinierter Verfahren sowie den Aufbau wiederkehrender Behandlungs- und Erholungsphasen. Auch die individuelle Abstimmung der Therapie wird thematisiert.
Vorbereitung
Der Aufklärungsbogen erläutert die erforderliche Vorbereitung für die Behandlung, insbesondere Voruntersuchungen und die Auswahl eines geeigneten venösen Zugangs. Er behandelt die verschiedenen Zugangsarten sowie Möglichkeiten des Fertilitätserhalts durch Kryokonservierung. Auch organisatorische Aspekte rund um den Behandlungstermin werden angesprochen.
Ablauf
Der digitale Aufklärungsbogen erläutert den Ablauf der Behandlung mit Schwerpunkt auf der Gabe zytostatischer Medikamente über einen venösen Zugang. Er behandelt ergänzende orale Medikation sowie die ambulante oder stationäre Durchführung und beschreibt die begleitenden Kontrollen während und nach der Therapie. So kennen Patientinnen und Patienten die wesentlichen Abläufe und Behandlungsaspekte vor dem Aufklärungsgespräch, das der Bogen vorbereitet und dokumentiert, aber nicht ersetzt.
Risiken und Nebenwirkungen
Ein vollständiges Verständnis der Risiken ist wichtig. Daher werden die im Zusammenhang mit dem Eingriff stehenden Risiken in einfacher Sprache erklärt und mit den wissenschaftlich belegten Wahrscheinlichkeiten ausgeführt. Der Aufklärungsbogen erläutert die folgenden Risiken: Fatigue, Kognitive Beeinträchtigungen, Allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten, Hirnschäden, Sehstörungen, Nervenschäden, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Anämie, Erhöhte Blutungsneigung, Geschwächte Immunabwehr, Infektionen, Sepsis, Haarausfall, Hautveränderungen, Nagelveränderungen, Hörminderung, Beeinträchtigung der Lungenfunktion, Lungenentzündung, Lungenfibrose, Flüssigkeitsansammlungen und Wassereinlagerungen, Herzrhythmusstörungen, Blutgerinnsel, Durchblutungsstörungen durch Gefäßverschlüsse, Schlaganfall, Lungenembolie, Gefäßentzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Kreislaufschock, Extravasation, Gewebsnekrose, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Leberversagen, Versagen anderer Organe, Verlust des sexuellen Verlangens, Anhaltende Unfruchtbarkeit, Zyklusunregelmäßigkeiten, Ausbleiben der Periode, Geschmacksveränderungen, Geruchsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressive Verstimmungen, Sekundäre Krebserkrankungen, Tumorprogression und Therapieresistenz.
Verhalten während der Therapie
Der Aufklärungsbogen erläutert Themen, die Patientinnen und Patienten während der Therapie begleiten, darunter Vorbefunde, Medikationsübersicht und Nüchternheit. Er behandelt außerdem Verhütung, Bewegung, Sonnenschutz, Ernährung, Rauch- und Alkoholkonsum sowie mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ergänzend werden psychoonkologische Unterstützung, das persönliche Umfeld, Selbsthilfegruppen, Rehabilitation und der Umgang mit neu auftretenden Beschwerden aufgegriffen.
Passt sich an den Fall an
In medudoc enthält der Bogen nur, was für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten gilt. Diese Angaben bestimmen seinen Inhalt.
Mehrsprachig verfügbar
Der Bogen ist zweisprachig – deutsches Original und Übersetzung in einem Dokument. Rechtsverbindlich ist die deutsche Fassung; die Übersetzung dient als Verständnishilfe.