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Studie · Orthopädie

Ein Aufklärungsvideo verbessert das Verständnis vor der Hüft-TEP

In einer randomisierten kontrollierten Studie der Orthopädie der Universität Würzburg erhielten Patient:innen vor einer Hüfttotalendoprothese zusätzlich zur Standardaufklärung ein Aufklärungsvideo. Sie beantworteten danach deutlich mehr Wissensfragen richtig – Selbsteinschätzung und Befinden blieben unverändert.

Universität Würzburg · International Orthopaedics 2025 · Open Access (CC BY)

Richtig beantwortete Wissensfragen in Prozent (Mittelwert)
Alle Wissensfragen, Mit Video: 86,5 %
Alle Wissensfragen, Ohne Video: 78,6 %

Auf einen Blick

Die Ergebnisse in Zahlen

richtige Antworten mit Video (ohne Video 78,6 %, p = 0,014)
86,5 %
Aufklärungsvideo, ein bis drei Tage vor der Aufnahme per Link
18 Min.
randomisierte kontrollierte Studie
Level I
ausgewertete Patient:innen (20 mit, 17 ohne Video)
37

Studiendesign

Standardaufklärung mit und ohne Video

Alle Patient:innen erhielten die reguläre Aufklärung am Aufnahmetag mit standardisiertem Aufklärungsbogen und ärztlichem Gespräch. Die Interventionsgruppe sah zusätzlich vorab ein Aufklärungsvideo. Die Zuteilung erfolgte zufällig.

  1. 1Video vorabPatient:innen der Interventionsgruppe erhielten ein bis drei Tage vor der Aufnahme einen Link zu einem 18-minütigen Aufklärungsvideo.
  2. 2Aufklärung am AufnahmetagAlle Patient:innen erhielten das reguläre Aufklärungsgespräch mit standardisiertem Aufklärungsbogen.
  3. 3FragebögenDirekt nach der Aufklärung beantworteten die Patient:innen ohne Hilfe Fragen zu Wissen, Selbsteinschätzung und Befinden.
Design
Prospektiv, randomisiert (verschlossene Umschläge), monozentrisch
Zentrum
Orthopädische Klinik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; Ethikvotum der Universität Würzburg (257/20)
Patient:innen
74 eingeschlossen; 37 mit vollständig ausgefülltem Wissensfragebogen ausgewertet
Gruppen
20 mit zusätzlichem Video, 17 mit Standardaufklärung
Verblindung
Die aufklärenden Ärzt:innen kannten die Gruppenzuteilung nicht
Primärer Endpunkt
Objektives Verständnis – 42 Aussagen zu Eingriff, Entscheidungsbeteiligung, Alternativen und Risiken
Sekundäre Endpunkte
Selbsteinschätzung des Wissens, emotionales Befinden
Registrierung
DRKS00025874

Ergebnisse

Was die Studie gemessen hat

Mehr richtige Antworten mit Video

Patient:innen mit Video beantworteten 86,5 % der Wissensfragen richtig, ohne Video 78,6 % (p = 0,014). Signifikant waren die Unterschiede bei den Behandlungsalternativen (p = 0,009) und den Risiken des Eingriffs (p = 0,016) – Inhalten, die für eine wirksame Einwilligung besonders wichtig sind.

Richtig beantwortete Wissensfragen in Prozent (Mittelwert)
Alle Wissensfragen, Mit Video: 86,5 %
Alle Wissensfragen, Ohne Video: 78,6 %

37 ausgewertete Patient:innen; 42 Aussagen zu Eingriff, Entscheidungsbeteiligung, Alternativen und Risiken.

Werte als Tabelle
Mit VideoOhne Video
Alle Wissensfragen86,5 %78,6 %

Das Wissen steigt, nicht nur das Gefühl, informiert zu sein

Wie gut sie sich informiert fühlten, schätzten beide Gruppen nahezu gleich ein (p = 0,986). Auch Angst, Zufriedenheit mit der Aufklärung und Vorbereitung auf den Eingriff unterschieden sich nicht (p = 0,333). Das Video verbesserte also das tatsächliche Verständnis – ohne zusätzliche Verunsicherung.

Antworten „vollständig verstanden“ in der Selbsteinschätzung in Prozent
Selbsteinschätzung, Mit Video: 85,9 %
Selbsteinschätzung, Ohne Video: 86,0 %
Werte als Tabelle
Mit VideoOhne Video
Selbsteinschätzung85,9 %86,0 %

Einordnung

Was die Studie zeigt – und was nicht

Das zeigt die Studie

  • Ein zusätzliches Aufklärungsvideo verbesserte das objektive Verständnis vor der Hüft-TEP signifikant.
  • Die Unterschiede zeigten sich vor allem bei Behandlungsalternativen und Risiken.
  • Selbsteinschätzung und emotionales Befinden veränderten sich durch das Video nicht.

Grenzen der Studie

  • Kleine ausgewertete Stichprobe – 37 von 74 eingeschlossenen Patient:innen mit vollständigem Wissensfragebogen.
  • Monozentrisch, ein Eingriff; die Fragebögen wurden von den Autor:innen entwickelt.
  • Gemessen direkt nach der Aufklärung; Langzeitwissen und klinische Ergebnisse wurden nicht untersucht.
  • Das Video ergänzte den Standardprozess; ob es die Gesprächszeit verkürzt, war nicht Gegenstand der Studie.

Publikation

An informational video for informed consent improves patient comprehension before total hip replacement – a randomized controlled trial

von Hertzberg-Boelch S, Fuchs K, Schubring J, Rak D, List K, Horas K, Jakuscheit A, Rudert M. Int Orthop 2025; 49: 1303–1308.

Zeitschrift
International Orthopaedics, 2025
Zugang
Open Access (CC BY)

Transparenz

Die Studie wurde von der Orthopädie der Universität Würzburg durchgeführt. Das Aufklärungsvideo entwickelten die Autor:innen gemeinsam mit medudoc. Laut Publikation wurde die Arbeit nicht finanziell gefördert; die Autor:innen erklären keine Interessenkonflikte.

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